Motorrad Batterien & Ladegeräte

Die aufladbare Stromquelle beim Motorrad und Auto wird meist als Batterie bezeichnet. Eigentlich muss es Akkumulator oder einfach nur Akku heißen, da es sich um einen wiederaufladbaren Strom Speicher als Quelle handelt. Während die angegebene Bordspannung bei Motorrädern 12 Volt angegeben wird (kleine Mopeds und ältere Motorräder können auch über eine 6 Volt Stromquelle verfügen), beschreibt die Angabe der Ah (Amper Stunde) die Kapazität der Motorradbatterie. Der Ah Wert  gibt an, wie hoch ein bestimmter Strom ist, der über eine Stunde abgegeben werden kann beziehungsweise die Anzahl der Stunden, in der der Akku einen Strom von 1 Amper liefern kann. Der CCA – Wert (Cold Craking Amps) beschreibt die Kaltstartleistung einer Batterie beziehungsweise die „Menge“ Strom, die der betreffende Akku selbst bei niedrigen Temperaturen liefern kann.

Grundsätzlich unterscheidet man konventionelle Nassbatterien, wartungsfreie MF Batterien (Maintrenance Free – einige mit spezieller AGM Technologie) und reine Gel Batterien. Alle vorgenannten gehören zur Gruppe der Blei Säure Akkus, basieren also auf dem Prinzip der Energiespeicherung durch die Kombination aus Bleiplatten sowie eines Elektrolyts (Hierbei werden Schwefelsäure und destilliertes Wasser im Verhältnis von eins zu drei verwendet). Dabei gilt grundsätzlich, je häufiger eine Batterie voll geladen ist, umso länger die Lebensdauer der Batterie. Durch Unbenutzung oder Stand ohne Aufladung sulfatiert die Batterie und zerstört sich dabei praktisch selbst. Dabei ist die erste Ladung einer neuen Batterie von großer Bedeutung. Dabei wird die Batterie vor Benutzung voll aufgeladen um anschließend eine lange Lebensdauer und Nutzung zu gewährleisten. Wird sie anschließend zu früh und zu stark belastet, kann sie nicht ihre volle Leistung abgeben. Deshalb ist es besonders wichtig, nach dem Füllen bis zu einer Stunde zu warten.

Bei der einfachen und vergleichsweise preisgünstigen Nass Batterie von Zeit zu Zeit destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss, um den reduzierten Wassergehalt unter anderem den Bleihärter Antimon sowie den Gasungsprozess wieder auszugleichen, gehören wartungsfreie MF Batterien heute meist zur Standardausrüstung von Motorrädern. MF Batterien sind dicht verschlossen und können problemlos auch liegend eingebaut werden. Durch die Dichtigkeit werden diese meistens trocken ausgeliefert und müssen deshalb noch mit dem mitgelieferten Elektrolyten befüllt werden – um im Anschluss per Ladegerät (nach Verschluss der Stopfenleisten) binnen etwa 30 Minuten schließlich auf die volle Leistung gebracht werden. Geschieht das nicht, erreicht die Leistungsfähigkeit bestenfalls 80 Prozent – insbesondere wenn sie vorher über längere Zeit im Lager stand und nicht genutzt wurde. Auch wenn sie in manchen Fällen bereits vorgefüllt (wie bei einer Nassauslieferung möglich) – um das Voll Laden der Batterie ist dabei unausweichlich. Im Gegensatz zu einer konventionellen Batterie mit herausnehmbaren Stopfen fällt die Säuredichte bei wartungsfreien MF Batterien höher als 1,28 kg/dm³ aus- ist also nicht mit üblichen Batterien verleichbar. Dafür liefern sie die größte Startleistung (CCA) und eine lange Lebensdauer.

Im Gegensatz zu einer konventionellen Batterie erübrigt sich im späteren Gebrauch das Auffüllen mit destiliertem Wasser. Bei konventionellen Batterien wird ein auffüllen des Stromspeichers verboten, dieser ist wartungsfreie und darf auch nicht geöffnet werden. Wüde man nachträglich die Dichtkappen doch öffnen, hätte dies eine Verschlechterung der Leistung zu Folge, da der Ausgleich der einzelnen Zellen untereinander beeinträchtigt wäre und sich die Batterieleistung darauf hin reduzieren würde.

Eine Sonderform und für Motorräder besonders geeignet wären die MF Typen. Das sind Batterien mit der AGM Technologie (Absorb Glas Mat). Da ein Motorrad stärkeren Vibrationen ausgesetzt ist als beispielsweise ein PKW, befindet sich zwischen den Bleiplatten spezielle Micro Glasfaser Matten, die den flüssigen Elektrolyten aufnehmen. Um Platz zu schaffen, fallen die Rein Blei Platten dünner aus. Ihnen dient Calcium als Härter des an sich weichen Bleis, was den Vorteil hat, dass der reaktionsfreudige Legierungspartner keinen Wasserverbrauch verursacht. Allerdings sind Herstellung und Weiterverarbeitung recht aufwändig und damit sehr teuer in der Anschaffung.

Bei einer reinen DC oder Gel Batterie (Deep Cycles) wird anstelle der Säure Gel als Elektrolyt verwendet. Sie entladen sich deutlich langsamer als MF oder Nass Batterien und zeichnen sich durch einen besonders Langlebigkeit aus, in dem sie eine konstante Leistung abgeben. An den guten CCA Wert einer MF AGM Batterie kommen sie jedoch nicht heran.

Batterie Ladegerät

Der Fortschritt der Motorrad Batterien ist bemerkenswert. Ob nun konventionelle, MF oder DC Batterie – jeder Stromquellen Energiespeicher hat einen Platz in der Gesellschaft ergattert. Und jede Batterie mag es am liebsten, wenn sie voll aufgeldaen ist. Dabei kann man speziell bei wartungsfreien MF Batterien unwissend Fehler machen. Ob der Ladestrom dabei von einem Batterie Ladegerät oder der Motorrad Lichtmaschine kommt, ist allen oben genannten Motorradbatterien egal. Selbst wenn man eine teure Batterie kaufen möchte hat man noch lange nicht die Garantie, dass diese eine lange Lebensdauer in sich birgt. Wer hingegen täglich mit dem Motorrad unterwegs ist, für den lohnt sich eine hochwertige Motorrad Batterie wahrscheinlich am ehesten. Dabei muss man sich auch nach dem Einmotten im Winter sich darum kümmern mindestens alle 2 Monate die Batterie mittels Ladegerät aufzuladen denn ansonsten braucht man zu jedem Saison Beginn einen neuen Ersatz. Oder aber man investiert ein paar Euro mehr in ein wertiges Gerät, mit dem man sich praktisch jede Motorradbatterie laden und teilweise sogar reanimieren lässt.

Zunächst gilt es in Erfahrung zu bringen, mit welchem Batterie Typ (konventionellen, DC, MF-AM oder MF) man es zu tun hat. Danach richten sich Ladezyklus und Ladezeit, die von der Batterie Größe Amper Stunde (Ah), der Restladung Volt (V) und der möglichen Ladeleistung abhängt. In der Regel ist man mit einem Ladegerät, das einen Strom zwischen 600 und 800 milli Amper (mA) liefert gut bedient. Ein hochwertiges Ladegerät führt dabei ein automatisches Erkennungssystem das ein Aufladen oder nach dem Volladen eine Abschaltung. Für Mopeds und kleine Roller reichen auch 300 milli Amper (mA) völlig aus.

Fließender Strom ist vergleichbar mit fließendem Wasser. Auch Wasser kann nur strömen, wenn ein Gefälle vorhanden ist, Darum benötigt eine teil entleerte Batterie mit 8 Volt Restspannung eine niedrige Ladespannung als eine fast volle mit 12,5 Volt Restspannung. Wie groß aber darf die Restspannung sein ohne die Batterie zu zerstören? Je größer die Differenz, umso größer die transportierende Energiemasse. Weil Energie Wärme erzeugt, steigt mit der Differenz auch die zu erwartende Temperatur, die zuerst das destillierte Wasser verdunsten lassen will. Bei einer konventionellen Batterie mit geöffneten Verschlüssen an sich kein großes Drama, da von außen das Wasser nachgeben werden kann. Problematisch wird es in einem geschlossenen System – wie es bei Gel oder MF Batterien der Fall ist.

Um den Druckaufbau beim Laden möglichst gering zu halten, darf die Spannung nicht zu hoch ausfallen – unabhängig davon, wie leer die Batterie ist beziehungsweise wie groß das Spannungsgefälle ausfällt ist durch hochwertige Batterie Ladegeräten manuell oder sogar mit automatischer Erkennung mit einzubeziehen. Aus diesem Grund fällt die zulässige Ladespannung bei einer geschlossenen Batterie deutlich niedriger als bei einer offenen aus. Die tatsächliche Spannung einer intakten, konventionellen Nass Batterie bewegt sich zwischen 11,5 und 13,5 Volt, die eines Gel Akkus bis etwas 14 Volt. Ein nennenswerter Gasungsprozess des Elektrolyts beginnt bereits bei etwa 14,5 Volt, den man nicht großartig überschreiten sollte, um Schäden einzugrenzen. Mit einer konventionellen Ladegerät ist das zu machen. Auch ein Grund weshalb Gel Batterien nicht in ältere Motorräder eingebaut werden sollten und in der Regel auch nicht passen.

Wichtig: Motorrad Batterien sind auf die Lichtmaschine und Regler auf den jeweiligen Ladestrom der Original Batterie ausgerichtet. Dabei dürfen auf Gel Akkus ausgelegte Motorräder auch mit Nass Akkus betrieben werden. Umgekehrt darf jedoch mit einem Gel tauglichen Ladegerät auch eine klassische Nass Batterie geladen werden. Hiebei ist die Aufladezeit etwas länger.

Moderne Gel Ladegeräte oder gar Kombi Ladegeräte sind meist mit zahlreichen Automatik Funktionen ausgestattet, um die Akkus vor Überladung zu schützen. Falls nicht sollte ein Akku jedenfalls nicht länger als 20 Stunden an einem Stück geladen werden. Darüber ist das Risiko von Schäden durch zu starke Hitzebildung in der Batterie zu hoch. Schließlich lässt sich auch eine konventionelle Nass Batterie vor dem Ladevorgang zumindest über den Minus Pol abgeklemmt werden sollte. Ansonsten kann die Fahrzeugelektronik durch den hohen Ladestrom beschädigt werden. Darum also besser gleich ausbauen. Somit empfehlen sich Lade Adapter (meist Cinch Anschlüsse oder andere System Stecker), die es erlauben, die Batterie von außen bequem über eine Buchse zu laden, nur bei schwer zugänglichen Batterien zu verwenden.

Mit der größten Ladespannung unter 14,5 Volt von allen konventionelle 12 Vollt Nass Batterien geladen werden. Nachdem die Stopfen entfernt wurden darf zwischendurch gegeben falls ein wenig destilliertes Wasser nachgereicht werden. Wartungsfreie MF Batterien erfordern unter anderem auch einen ändern Ladezyklus. Genau genommen spielt bereits der Zustand der Nass oder Trocken Batterie des zukünftigen Spannungsspenders eine Rolle. Insbesondere bei der Erstladung. Für alle, die sich wiederum hochwertige Ladegeräte mit Batterie Typ und Spannungs Automatik, indem das richtige Modul automatisch angewählt wird.

Wichtig: Beim Anschließen oder Überprüfen des Plus und Minus Pols mit Gefühl vorgehen. Ein zu strammes Anziehen kann die Blei Platten verziehen, eine zu lose Verbindung kann zu den unterschiedlichsten Störungen bis hin zum Totalausfall führen. Korrodierte Stecker und schlecht verlegte Kabelbäume sind ein willkommenes Nest für Kriechströme aller Art. Ein bisschen Kontaktspray in den Steckern hat schon so manchen Zündfunken wieder zum Leben erweckt.