Stahlflex Bremsleitung - Funktionen und Umbau

Mit den serienmäßig verbauten Bremsleitungen ist das so eine Sache. Da diese aus Gummi gefertigt sind müssen diese mindestens alle vier Jahre ausgetauscht werden. Innerhalb dieses Zeitraums entweicht der Weichmacher aus der Gummimischung der Bremsleitungen. Das hat zur Folge, dass der Gummi weich und porös wird. Zudem lässt natürlich auch die Bremsleistung nach. Die Alternativ, Stahlflex-Bremsleitungen. Der Austausch standardmäßig verbauter Gummibremsleitungen schlägt gut und gerne mit mindestens 250 Euro zu buche. Eine Investition in Stahlflex-Bremsen würde in dem Fall auch nicht wesentlich teurer kommen.

Inhaltsverzeichnis

Stahlflex Bremsleitung - ist das die Alternative zur Standard Bremsleitung?

Stahlflex Bremsleitung - richtig einbauen

Stahlflex Bremsleitungen  - die Alternative

Die meisten Motorradhersteller empfehlen einen Austausch der Bremsleitungen aus Gummi spätestens alle vier Jahre. Durch den ständigen Kontakt der Gummibremsleitungen mit der Bremsflüssigkeit und auch der Alterung des Gummis, in dem der verwendete Weichmacher entweicht, wird der Gummi porös und spröde.

Der Bremsschlauch dehnt sich beim Bremsen wesentlich stärker, was dazu führt, da sich der Bremsweg verschlechtert, weil sich der Druckpunkt durch die stärkere Dehnung des Bremsschlauches verschiebt. Die Alternative wären Stahlflex Bremsschläuche, weil diese nicht altern. Stahlflex Bremsleitungen werden aus Teflon gefertigt und sind mit einem flexiblen Schlauch versehen, der aus Drahtgewebe gefertigt wurde. 

Das Drahtgewebe verhindert, das es zu mechanischen Beschädigungen des Schlauches durch Scheuern oder Knicken kommt. Teilweise gibt es auf dem Markt sogar Stahlflex Bremsleitungen, die mit einem Schrumpfschlauch überzogen sind. Dadurch werden die Verkleidungsteile der Maschine und die Gabel vor Beschädigungen geschützt. Aufgrund der positiven und vielseitigen Eigenschaften schwören viele Motorradfahrer auf Stahlflex Bremsleitungen.

Stahlflex Bremsleitung richtig einbauen

Ob Einzelanfertigung oder komplett konfiguriert, der Einbau der Stahlflex-Bremsleitungen ist nicht wirklich schwer, sollte aber dennoch gewissenhaft und vor allem fachlich korrekt erfolgen. Die Bremsleitungen gehören nun mal zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen eines Motorrades. Die Stahlflexleitungen werden an den Führungen der serienmäßig verbauten Leitungen befestigt.

Tipp:  Eventuell verwendete Kabelbinder sollten nicht zu fest angezogen werden, da die Stahlflex Bremsleitungen sonst unnötig gequetscht werden könnten. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass bei der Befestigung der Strahlflexleitungen der komplette Federweg, wie auch der Lenkeinschlag mit bedacht werden. Ob vollständig ausgefederte oder voll aufgestauchten  Gabel, die Bremsleitungen dürfen nicht knicken, spannen oder scheuern. Genügend Spiel muss immer vorhanden sein.

Stahlflex Bremsleitungen einbauen – wie geht man vor? 

  1. Die alten Bremsleitungen abbauen

✓    Damit die alten Bremsleitungen des Motorrads sauber abgebaut werden können , muss als erstes die Bremsflüssigkeit aus dem Bremsflüssigkeitsbehälter der Maschine entfernt werden. Hierfür setzt man einen Schlauch auf den Entlüftungsnippel des Bremssattels auf. Das andere Ende wird in einen Auffangbehälter gehalten, bevor der Entlüftungsnippel geöffnet wird. Jetzt sollte man die Schwerkraft einfach Ihre Arbeit tun lassen. Wem das zu lange dauert, der kann die Bremsflüssigkeit natürlich auch abpumpen.

✓    Damit die restliche Bremsflüssigkeit innerhalb des Behälters abfließen kann, muss die Hohlschraube direkt am Bremssattel entfernt werden. Dabei sollte man reichlich Lappen zur Verfügung haben, um daneben gegangene Bremsflüssigkeit entfernen zu können.

✓    Anschließend wird an der Fuß- bzw. Handpumpe die Holschreibe der Bremsleitung ausgedreht, so dass man die Bremsleitung einfach abnehmen kann.

✓    Nun müssen die Anschlüsse gesäubert werden. Bremsenreiniger ist hier sehr von Nutzen. Allerdings sollte man zur Reinigung keine Lappen verwenden, die fusseln. Sollten Bauteile mit Bremsflüssigkeit verschmutzt werden, kann auch hier Bremsenreiniger verwendet werden. Allerdings sollte mit klarem Wasser nachgespült und das Bauteil mit einem Lappen getrocknet werden.

Tipp: Beim Entfernen der alten Bremsleitungen sollte man vor allem beim Ablassen der Bremsflüssigkeit mit Handschuhen arbeiten. Diese Flüssigkeit ist äußerst aggressiv und kann die Haut verätzen.

 

  1. Die Stahlflex Bremsleitungen vorbereiten 

Beim Kauf der neuen Stahlflex Bremsleitung sind in der Regel gleich neue Dichtscheiben aus Aluminium und Kupfer dabei, wie auch Anschluss-Hohlschrauben. Ist das nicht der Fall, sollten mindestens neue Dichtscheiben gekauft werden, die alten Hohlschrauben können erneut verwendet werden. 

Anschließend sollte geprüft werden, ob der Durchmesser der Stahlflex-Ringanschlüsse der neuen Bremsleitung mit denen der alten übereinstimmt. Die Anschluss-Hohlschrauben müssen genau dieselbe Größe haben, wie die alten. Anders wäre die Funktion der Dichtungsscheiben eingeschränkt. Nun sollte man die Länge der neuen Bremsleitung mit der alten vergleichen. Natürlich sollte man sich auch die Winkel und Anschlüsse beider Leitungen auf eventuelle Abweichungen vergleichen.

  1. Stahlflex Bremsleitungen einbauen 

✓    Um zu überprüfen ob die Ringanschlüsse passen, legt man die Stahlflex-Bremsleitungen lose an. Es darf keine Differenzen geben, die Ringanschlüsse müssen immer sofort passen.

✓    Die neuen Bremsleitungen dürfen nicht zu sehr verwunden sein. Dabei sollte man bedenken, dass der Drill nicht bei jeder Bremsleitung nachjustiert werden kann. Daher sollte man bereits vor dem Kauf prüfen, wie und ob sich überhaupt die unteren als auch oberen Ringanschlüsse in die richtige Anschlussposition drehen lassen.

✓    Die Halterungslaschen der alten Bremsleitung werden abgebaut und an den neuen Stahlflex-Bremsleitungen befestigt.

✓    Anschließend werden die Bremsleitungen mit den Dichtscheiben und den neuen Holschrauben erst einmal provisorisch befestigt. Die Schrauben werden in diesem Moment noch nicht festgezogen, denn die Halterungen der Bremsleitungen werden als erstes angeschraubt.

✓    Nun wird kontrolliert, ob die Leitungen auf der kompletten Länge tatsächlich spannungsfrei sind. Dabei sollte man die Hinterradschwinge und auch die Gabel möglichst weit einfedern, um zu sehen, ob die Leitungen auf ihrem kompletten Weg weder scheuern, noch einen Knick haben oder gar verdreht sind. Ansonsten muss notfalls die Position der Bremsleitung korrigiert werden.

✓    Jetzt werden die Hohlschrauben festgezogen, dabei sollte man darauf achten, dass die Ringanschlüsse auf Position gehalten werden. Der Drehmoment der Schrauben ist herstellerabhängig und kann sich zwischen 20 und 35 Nm bewegen. Beim Anziehen der Schrauben sollte man nochmals darauf achten, dass die Lage der Bremsleitungen stimmt.

✓    Stimmt die Position der Bremsleitungen und alle Hohlschrauben sind festgezogen, kann man neue Bremsflüssigkeit einfüllen. Hierbei sollte man die Herstellerangaben bezüglich der Bremsflüssigkeit auf jeden Fall einhalten. Nach dem die Bremsanlage aufgefüllt wurde, muss diese auf jeden Fall entlüftet werden.

Wichtig: Liegt bei den Stahlflex Bremsleitungen eine allgemeine Betriebserlaubnis vor, ist keine Abnahme durch einen Gutachter nach der Montage notwendig. Gibt es aber nur ein Teilegutachten, hierbei muss der fachgerechte Anbau von einem Gutachter bestätigt werden.

 

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss, bei einem Umbau der Bremsanlage des Motorrads verändert sich auch das Bremsverhalten der Maschine. Aus diesem Grund sollte man sich vor langen Touren mit dem Motorrad zuerst die veränderte Bremswirkung ausprobieren. 

Moto-Act.de

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