Motorradtypen - Unterschiede & Wissen

Es gibt verschiedene Motorradtypen. Um Ihnen die Unterscheidung zu vereinfachen, haben wir Ihnen einen kleinen Ratgeber erstellt mit den typischen Charakteren der jeweiligen Typen.

Inhaltsverzeichnis

Supersportler

Sportler

Tourer

Enduro - das Geländemotorrad

Enduro - die verschiedenen Typen

Wanderenduro

Freeride

Allroundenduro

Rallyeenduro

Reiseenduro 

Chopper

Cruiser

Supersportler

Supersportler sind auf sportliches Fahren ausgelegt. Diese Motorräder präsentieren ein perfektes Verhältnis zwischen Masse und Leistung. Alltagtauglichkeit spielt bei diesen Motorradtyp eher weniger eine Rolle, da diese Maschinen auf eine maximale Motorleistung ausgelegt sind. Es heißt zudem, dass Neuentwicklungen aus dem Rennsport bei den Supersportlern auf Serientauglichkeit geprüft werden. Kein Wunder, dass diese Motorräder in Sachen Fahrleistung selbst  reinrassige Rennmotorräder übertreffen.

Supersportler – die Charakteristika 

Supersportler werden heute mit Motoren innerhalb der Hubraumklassen 600 und 1000 cm³ verkauft. In der Regel handelt es sich hierbei um flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder-Motoren mit vier Ventilen pro Zylinder und zwei oben liegenden Nockenwellen.

Der Motor ist bei den Supersportlern als tragendes Teil innerhalb des torsionssteifen Brückenrahmens integriert. Dieser ist normalerweise aus einem Aluminiumguss-Profil gefertigt. Gelegentlich werden auch Gitterrahmen aus CRMO-Stahlrohren genutzt. Die federbasierende Upside-Down-Gabel übernimmt die Vorderradführung. Dazu sollte man wissen, dass die Druck- und Zugdämpfung der Gabel individuell eingestellt werden kann. Die Vorderradführung besteht aus reibungsmindernden beschichteten Gleitrohren. Die Hinterradaufhängung von Supersportlern sind Zweiarmschwingen aus Aluminiumguss. Aufgrund des erhöhten Gewichtes findet man nur selten Supersportler auf dem Markt mit Einarmschwingen als Hinterradaufhängung.

Die hintere Federung des Supersportlers ist ebenfalls ein einzelnes Federbein, dessen Druck- und Zugdämpfung eingestellt werden kann. Dieses Federbein wird je nach Supersportler Modell über ein Hebelsystem direkt oder indirekt angesteuert. Die Räder dieser Maschinen sind heute ausnahmslos moderne Radialreife mit einem Durchmesser von siebzehn Zoll Durchmesser. Die Leichtmetallfelgen dieses Motorradtyps sind entweder geschmiedet oder gegossen.

Standardmäßig haben die Supersportler eine gelochte schwimmend gelagerte Doppelscheibenbremse aus Stahl integriert. Diese hat einen Durchmesser, der sich normalerweise zwischen 300 und 330 mm bewegt. Charakteristisch für die Supersportler ist zudem die hohe dosierbare standfeste Bremsverzögerung. Diese wird ermöglicht durch radiale Handpumpen mit radial verschraubte Sechs- oder Vierkolben-Festsattel-Bremszangen. Zudem kann man bei einer Supersportler davon ausgehen, dass es bei den Bremssätteln bei hoher Beanspruchung niemals zu hitzebedingten Aufspreizen kommen kann, da diese immer einteilig ausgeführt sind. Diese Bauart der Motorradbremse nennt sich Monobloc oder Monoblock.

Sportler

Hohe Geschwindigkeit, besseres Handling und Beschleunigung sind drei Begriffe, die ein Sportler Motorrad treffend beschreiben. Charakteristisch für diesen Motorradtypen ist zudem, dass die Ergonomie des Motorrads so konzipiert, dass man mit der Maschine eine hohe Geschwindigkeit erreichen kann. Selbst schnelles Einfahren in Kurven ist mit diesem Motorradtypen problemlos möglich. Zwar ähneln Sportler Motorräder sehr den Supersportlern, sind aber wesentlich wendiger, kleiner und natürlich leichter.

 

Tourer

Tourer sind Motorräder, die zum Fahren längerer Touren ausgelegt sind. Daher haben die Maschinen einen Windschutz, um den Motorradfahrer vor Fahrtwind zu schützen. Des Weiteren ist der Lenker der Tourer etwas erhöht. Beim Fahren auf solch einer Maschine nimmt man eine leicht nach vorne gebeugte Sitzposition an. Trotzdem ist die Sitzposition äußerst bequem, weil sich der Kniewinkel zwischen neunzig und achtzig Grad bewegt. Der Motor der Tourer ist nicht wirklich für Hochleistung ausgelegt, dennoch ist dieser Motorradtyp gewiss alles andere wie langsam. Zudem sind die Motoren innerhalb der Tourer bekannt wegen ihrer sagenhaften Durchzugskraft. In der Regel gilt die Technik des Tourers als äußerst wartungsarm, nahezu perfekt für lange Touren auf dem Motorrad.

 

Enduro

Synonym: Geländemotorrad

Die Fahrzeug-Geometrie einer Enduro ähnelt sehr der einer Motocross Maschine. Die Maschine ist jedoch mehr auf Ausdauer ausgelegt, als auf Geschwindigkeit oder einer kurzzeitigen Leistungsbeschleunigung. Auf einer Enduro sitzt man in einer aufrechten Position, auch der Kniewinkel ist äußerst bequem. Aufgrund der hohen Sitzposition und der langen Federwege, kann eine geringe Körpergröße zum Problem werden, denn ein sicherer Stand mit der Maschine könnte in diesem Fall schwierig werden. Es gibt mehrere Enduro Motorradtypen.

Enduro - die verschiedenen Typen 

Sportenduros bzw. Hardenduros 

Sportenduros sind sozusagen reine Wettkampfmotorräder. Damit diese im öffentlichen Verkehr teilnehmen dürfen sind geringe Veränderungen nötig. Allerdings gibt es nur sehr wenige Hardenduros, die komplett der Straßenverkehrsordnung gerecht werden. Der Motorradhersteller KTM war 1995 maßgeblich daran beteiligt, den Begriff Sportenduro zu verbreiten. Die erste Maschine dieser Baureihe war die LC4

Wanderenduro

Die Wanderenduros sind die leichtere und wendigere Version der Enduros. Sie sind aber im Vergleich zu den Sportenduros weniger aggressiv. Des Weiteren wurden diese Motorrad Typen nicht speziell für Wettkämpfe entworfen.

Die Charakteristika der Wanderenduros

Die Charakteristika des Motors innerhalb einer Wandereduros ist eher weniger spitz. Er wurde robust gestaltet, daher ist das Wartungsintervall länger und die Leistung des Motors ist aber geringer.  Teilweise ist das Rahmenheck der Wanderenduros verstärkt wodurch diese Maschinen nicht nur eine Straßenzulassung für zwei Personen haben. Sie eigenen sich auch perfekt zum Gepäcktransport. Beispiele für die Wanderenduro wären die Beta Alp 4.o oder die Suzuki DR 350.

Der Vorteil der Wanderenduros ist, dass diese Motorräder äußerst vielfältig sind, da nur geringe Anpassungen notwendig sind, um die Maschine umzurüsten. Rüstet man eine Wanderenduro z. B. mit einem größeren Tank aus, eignet sie sich für eine Rallye genauso,  wie für eine Wüstenfernreise bis hin zur täglichen Fahrt zum Arbeitsplatz.

Freeride 

Die Freerides sind aus technischer Sicht eine Mischung zwischen Trial und Enduro. In der Regel haben diese Maschinen bei der Auslieferung eine sogenannte Trial-Bereifung. Beispiele für Freerides wären z. B. die Beta Alp 2.0, die Sherco X-Ride, die Ossa Explorer und einige mehr. Freerides sind perfekt für schweres Gelände, für Frauen oder kleinere Fahrer. Bei dieser Maschine handelt es sich sozusagen um einfache zu beherrschende Motorräder.

Allroundenduro 

Charakteristisch für Allroundenduros ist, dass diese Zweiradmodelle im Straßenverkehr und im Gelände gleichermaßen genutzt werden können. So besitzen diese Maschinen nicht nur eine voll eingetragene Motorleistung und dadurch eine volle Straßenzulassung. Diese Motorräder haben auch Gepäckträgersysteme, Mischbereifung und eine 2-Personen-Zulassung. Beispiele für eine Allroundenduro wären die Yamaha XT 500, die Suzuki DR 650, die Kawasaki KLAR 600/650

Rallyeenduro

Ralleyeenduros wurden speziell für Langstreckenrallyes, wie die Rally Paris-Dakar oder die Baja 1000 entwickelt. Die charakteristischen Merkmale dieses Motorrad Modells sind ein großes Tankvolumen, ein höheres Gewicht und ein verstärktes optimiertes Fahrwerk. Zudem haben die Rallyeenduros ein GPS-Navigationssystem und einen Windschutz.

Reiseenduro 

Reiseenduros sind Motorräder, die für längere Strecken ausgelegt sind. Daher haben sie einen größeren Tank, der Federweg ist kürzer und die Getriebeübersetzung ist 100 Prozent autobahntauglich. Des Weiteren gibt es eine Anbaumöglichkeit für Koffer, einen Windschutz und noch viel mehr. Aus diesem Grund ist das Fahrgewicht der Reiseenduros wesentlich höher. In der Regel sind Reiseenduros eher weniger geländetauglich. Bei der Entwicklung dieser Maschinen wurde mehr Wert auf Straßenverhalten und Komfort gelegt.

Chopper

In der Vergangenheit wurde Motorräder als Chopper bezeichnet, bei denen alles demontiert werden konnte, was dem Besitzer nicht gefiel. Unabhängig ob es sich hierbei um Schutzbleche oder Beifahrersitze handelte oder andere Einzelteile der Maschine. Heute werden hauptsächlich Motorräder der Marke Harley Davidson als Chopper bezeichnet. Das charakteristische Merkmal dieses Motorradtyps ist eine lange flach angestellte Vorderradgabel. Dadurch soll bei hohen Geschwindigkeiten ein wesentlich besseres Geradeauslaufverhalten erreicht werden. Weitere Charakteristika einer Chopper sind vorverlegte Fußrasten und hohe Lenker. Ansonsten gibt es diesen Motorradtypen auf dem Markt in unterschiedlichen Ausführungen zu erstehen.

Cruiser 

Charakteristisch für Cruiser sind vor allem breite Reifen, eine aufrechte Sitzposition und ein langer Radstand. In der Regel besitzt diese Art Motorrad einen großvolumigen Motor, der besonders wegen seiner unverwechselbaren Laufruhe auffällt. Auffällig ist auch, dass beim Cruiser der Motor V-förmig angeordnet ist. Zudem fällt sofort auf, dass dieser Motor vor allem im unteren Drehzahlenbereich ein sehr hohes Drehmoment bietet. Man könnte sagen Cruiser sind die perfekte Vereinigung von Komfort, Kraft und Design. 

Moto-Act.de

Weitere Artikel in dieser Kategorie