Motorradbekleidung Ratgeber – Tipps zur Funktion und Sicherheit

So wichtig wie das Motorrad selbst sollte jedem Motorradfahrer auch seine Schutzbekleidung und Motorradbekleidung sein. Denn wer sicher und schick unterwegs sein möchte, der kommt um eine adäquate Ausrüstung nicht herum. Teils ist Schutzbekleidung gesetzlich sogar vorgeschrieben. Nichtsdestotrotz hat jeder, der sich neue Motorradbekleidung zulegt, einen breiten Spielraum bei der Auswahl seiner Bekleidung – ganz gleich, ob Sie diese über das Internet oder im Fachhandel kaufen. Mittlerweile gibt es unzählige Hersteller, die in puncto Technologie, Komfort, Funktion und Sicherheit jede Menge Neuentwicklungen vorzuweisen haben. Dies bedeutet, dass qualitative und natürlich auch funktionelle Unterschiede gibt. Hilfreiche Tipps bei der Auswahl des richtigen Materials, worauf Sie bei Protektoren achten sollten, was Ihre Motorradbekleidung unbedingt aufweisen muss und woran Sie hochwertige Schutzbekleidung für das Motorrad erkennen, klären wir in diesem Motorradbekleidung Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

Welche Schutzkleidung sollte beim Motorrad fahren getragen werden?

Welcher Motorradhelm bietet den größten Schutz bei Unfällen?

Welche Motorradbekleidung bietet den sichersten Schutz?

Weshalb Leder Motorradbekleidung bevorzugt wird

Weshalb Textil Motorradbekleidung bevorzugt wird

Worauf muss ich bei Motorradhandschuhe achten?

Worauf muss ich bei Motorradstiefel achten?

Wozu sind Protektoren in Motorradbekleidung eingearbeitet?

 Motorradbekleidung

Tipps Motorrad Schutzbekleidung – was Sie unbedingt haben sollten

Für Laien mag die große Welt der Motorradbekleidung vorab etwas erdrückend wirken. Dennoch ist es relativ simpel, sich seine Schutzbekleidung zusammenzustellen. Auch wenn es gesetzlich nur vorgeschrieben ist, dass Sie einen Motorradhelm tragen müssen, ist es im Sinne Ihrer Sicherheit ratsam, folgende Schutzbekleidung zu tragen:

✓      Motorradhelm

✓      Motorradjacke und Motorradhose

✓      Lederkombi

✓      Textilkombi

✓      Motorradhandschuhe

✓      Motorradstiefel

✓      Protektoren

✓      Funktionsunterwäsche

 

Sie werden feststellen können, dass es für jedes Bekleidungsstück zum Teil unterschiedliche Materialien gibt, die Ihnen wiederum verschiedene funktionelle Eigenschaften und Sicherheit bieten können. Sich für oder gegen Schutzbekleidung zu entscheiden, das bleibt stets eine Frage des Sicherheitsrisikos. Je weniger Schutzbekleidung Sie anlegen, desto komfortabler jedoch auch risikoreicher wird die Fahrt, obgleich die Hersteller mittlerweile versuchen, Motorrad Schutzbekleidung sicher und komfortabel zu gestalten.

Motorradhelm 

Jedem dürfte die Funktion eines Motorradhelms bekannt sein. Er schützt den Kopf bei Unfällen und dient als Sichtschutz. Zeitgleich motorradhelmkann er Ihr Gesicht vor Wind und anderen Witterungsbedingungen schützen. Greifen Sie daher lieber zu einem Helm, der mit einem Visier ausgestattet ist, das Sie flexibel runter- oder hochklappen können. Für den Sommer eignen sich besonders getönte Visiere. In Deutschland herrscht für Motorradfahrer Helmpflicht. Dennoch gibt es auch hier eine breite Auswahl in der Bauart, den Materialien und Zusatzfunktionen. Vom sehr sicheren Integralhelm bis zum Halbschalenhelm reichen die Möglichkeiten. Empfehlenswert ist es, sich einen Helm zuzulegen, der auch bei der Kinnpartie für Sicherheit sorgt.

Motorradjacke und Motorradhose oder eine Lederkombi 

Kaum über Motorradbekleidung wird so häufig diskutiert wie über die Motorradjacke und Motorradhose. Denn für die meisten stellt sich die Frage, ob Sie sich einen Zweiteiler oder eine Lederkombi zulegen. Beide Varianten haben Ihre Vor- und Nachteile. Grundsätzlich sind Lederkombis ideal aufeinander abgestimmt, sind dafür aber auch schwieriger an- und auszuziehen und können gerade im Sommer zur Belastung werden. Zweiteiler gelten als komfortabler, da die Jacke im Sommer ganz einfach ausgezogen werden kann. Dafür weisen Sie am Hüftbereich eine Schwäche auf, da Jacke und Hose nicht ineinander übergehen. Aus diesem Grunde sollten beide Teile vom selben Hersteller stammen. Hierdurch gibt es häufig die Möglichkeit, Motorradjacke und Motorradhose miteinander über einen Reißverschluss zu verbinden.

Das nächste große Thema ist die Materialfrage. Textil oder Leder? Beide Materialien sind sehr unterschiedlich, weisen differenzierte Eigenschaften auf und sind stark von der individuellen Qualität der Fasern abhängig. Im Fokus steht dabei noch immer die Schutzwirkung vor Abrieb und Stoßbelastungen. Doch auch Komfort und Wetterbeständigkeit spielen eine wichtige Rolle bei der richtigen Wahl der Motorradbekleidung.

Leder Motorradbekleidung

Leder ist ein Naturmaterial, das insgesamt weitaus homogener aufgebaut ist als vergleichbare Textilfasern. Aus diesem Grunde ist Leder weitaus beständiger und weniger anfällig für Risse. Als sehr elastisches Material findet bei starker Beanspruchung ein Lastausgleich statt. Dies bedeutet, dass die Energie bei einer Reibbelastung besser auf die Flächen verteilt wird. Schutzausrüstung für Motorradfahrer, die aus Leder hergestellt ist, sollte mindestens 1 Millimeter breit sein, wenn es sich um Känguruleder handelt. Bei Rindsleder ist eine Stärke von 1,5 Millimeter empfehlenswert. Ab 1,4 Millimeter weist Leder sogar bessere Dämpfungseigenschaften auf als Textilgewebe.

leder-motorradbekleidungDa Motorradfahrer auch im Regen unterwegs sind, sollte jeder Motorradfahrer sich auch im die Wetterbeständigkeit kümmern. Grundsätzlich eignen sich Lederkombis, die nicht mit einer Hydrophobierung ausgestattet sind, nicht für Regenwetter. Leder nimmt Wasser auf, was dazu führt, dass die Motorradbekleidung schwer wird und auskühlt. Zudem kann das Leder Schäden davontragen. Nur Leder, das mit einer speziellen Membran kombiniert ist, eignet sich für Fahrten im Regen. Hierzu bietet sich auch eine Schutz durch geeignete Motorrad Regenbekleidung.

Leder wirkt nicht thermisch regulierend, weswegen das Material bei Kälte nicht sonderlich warm hält und bei Wärme stark erhitzt. Aus diesem Grunde ist es ratsam, nur Leder Motorradbekleidung zu kaufen, die speziell behandelt wurde und beispielsweise auch bei starker Hitze kühlt wie es „Cool Leather“ vorweisen kann.

Beim Thema Komfort hat Leder gegenüber Textil das Nachsehen, da Leder weniger flexibel und zugleich schwerer ist.

Textil Motorradbekleidung

Textilkombi

Mittlerweile haben Textilgewebe deutlich aufgeholt und reichen gerade im kostspieligeren Preisklassen an die Qualität von Leder heran. Nichtsdestotrotz können die meisten Textil Schutzausrüstungen noch nicht ganz mit der Abriebfestigkeit und Stoßdämpfung von Leder mithalten. Die Ursache liegt im Aufbau der Motorradbekleidung. Denn Textil besteht aus einzelnen Fasern. Sobald einzelne Textilfasern reißen, geben auch die restlichen Fasern nach, was ein weniger homogenes Abriebverhalten zur Folge hat.


Wer auch bei Regenwetter unterwegs sein möchte, greift im Regelfall zur Textilbekleidung. Hier liegt der große Vorteil dieser Motorradbekleidung gegenüber der Ledervariante. Denn die meiste Motorrad Textilbekleidung ist laminiert und weist eine Schutzschicht oder Membran auf, die atmungsaktiv ist und den Fahrer vor Nässe schützt. Grundsätzlich wird zwischen Z-Linern oder einer Laminierung auf das Außengewebe unterschieden. Z-Liner Membranen befinden sich zwischen Innenfutter und Außengewebe. Grundsätzlich gilt, dass Z-Liner Membranen weniger atmungsaktiv sind als Laminierungen auf das Außengewebe. Dies gilt für Leder- und auch Textilkombis gleichermaßen.

Textilgewebe weisen meist diverse Fütterungen auf, die für die Temperaturregulierung sorgen sollen. Grundsätzlich bedeutet mehr Futter jedoch auch eine geringere Atmungsaktivität. Aus diesem Grunde lässt sich das Futter bei Textilbekleidung oftmals herausnehmen. Prinzipiell ist Textilbekleidung wesentlich atmungsaktiver als Leder.

Motorradhandschuhe

Kaum woanders gilt es, sich mehr der Risikoabschätzung zu widmen als bei Motorradhandschuhe. Auch hier ist die Auswahl riesig. Denn Motorradhandschuhe müssen hohe Sicherheit bieten, da Fahrer sich bei Stürzen ganz automatisch mit den Händen vor einem Aufprall schützen wollen. Im Gegensatz zum Oberkörper oder zu den Beinen stehen bei Motorradhandschuhen aber nur kleine Flächen für Protektoren zur Verfügung. Simultan darf auch der Komfort nicht zu kurz geraten. Denn: Nur wer seine Hand und seine Finger frei bewegen kann und in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist, stärkt seine passive Sicherheit. Motorradhandschuhe sollten wasserabweisend und vor allem rutschfest sein. Schlagdämpfung und Reißfestigkeit sind ebenfalls ein Muss.

Motorradstiefel

Auch beim Motorradstiefel gilt es wieder einmal, sich zwischen Komfort, Funktion und Sicherheit zu entscheiden oder zumindest das richtige Mittelmaß zu finden. Wie fast immer muss auch hier zwischen Leder und Textil gewählt werden. Die Sohle muss unbedingt rutschfest sein. Besonderen Schutz muss der Motorradstiefel am Schienbein und am Knöchel vorweisen können. Motorradstiefel müssen somit mindestens knöchelhoch sein. Schnürsenkel sind nicht ratsam, besser sind feste Verschlüsse mit Riegel und Klettlasche. Auch eine spezielle Membran als Schutz vor Regenwetter ist empfehlenswert. Wer sportlich unterwegs ist, darf ruhig auf steife und sehr sichere Motorradstiefel setzen. Für touristische Fahrer, die auch einmal zu Fuß unterwegs sind, steht auch der Komfort beim Gehen im Vordergrund.

Motorradbekleidung Tipps – was gilt es bei Protektoren zu beachten?  

Nichts spielt bei der Motorradbekleidung wohl eine wichtigere Rolle als die Protektoren. Im Handel lohnt es sich, auf die genaue Bezeichnung der Protektoren zu achten. Denn hierzulande dürfen Protektoren den Beinamen „Schutzpolster“ nur führen, wenn Sie nach EN 1621-1 (für Gelenkprotektoren) und EN 1621-2 (für Rückenprotektoren) geprüft sind. Zu erkennen sind diese getesteten Schutzprotektoren an der Kennung „CE-Protektor“.

Motorradfahrer sollten sich jedoch nicht nur an der CE-Zertifizierung orientieren. Denn welche Sicherheit von den Protektoren ausgeht, das hängt auch mit dem verwendeten Material zusammen. Hier wird unterschieden zwischen:

  • EPS: besteht aus einem stabilen Styropor-Kern
  • Hartschale: innen gelegen Schaumpolsterung ummantelt mit einem stabilen Polycarbonat- oder Polypropylen-Gehäuse
  • Polyethylen: ergonomisch geformter, harter Schaumstoff
  • Polyurethan: ähnlich wie Polyethylen, allerdings mit besseren Dämpfeigenschaften ausgerüstet
  • Bioelastan: elastischer und ergonomisch geformter Polyurethan-Schaumstoff

 

motorradbekleidung-protektoren

Grundsätzlich ist jeder Protektor – ganz gleich, welches Material er vorweisen kann – nur so gut wie sein Volumen. Zu gering
dimensionierte Protektoren besitzen keine oder nur wenig Sicherheit bei Aufprällen. Dicke und Elastizität sind demnach ebenfalls zu beachten.

Bei Protektoren für Ellenbogen und Knie achten Sie darauf, dass auch Teile der Elle und Ihres Schienbeins abgedeckt werden.

Falls Sie besonders enge Motorradbekleidung tragen, legen Sie die Protektoren außen an. Bei weiteren Kleidungsstücken befestigen Sie die Protektoren so eng am Körper anliegend wie möglich und achten Sie auf eine sehr große Dimensionierung der Protektoren.

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