Motoröl – Aufgaben, Funktionen und nützliche Hinweise für das Motorrad

Beim Motoröl streiten sich bekanntlich die Geister. Es ist keine Seltenheit, dass viele Motorradfahrer Motoröl vom Auto ganz einfach auch für Ihr Motorrad benutzen. Manch einer ist der Meinung, dass es nur das mineralische Öl wirklich bringt. Einige schwören auf vollsynthetische Öle, wieder andere sind der Meinung, dass auch das Billig-Öl den Anforderungen beim Motorrad genügt. Doch hilfreich könnte es sein, sich einmal grundlegend über Aufgaben der Schmierstoffe zu informieren. Dann sollte auch jedem ersichtlich werden, warum Motoröl nicht gleich Motoröl ist und weswegen sich ein Motoröl für das Automobil nicht für das Motorrad geeignet. Aufgaben, Funktionen und Tipps zum Motoröl für Motorräder erklärt dieser Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

Wozu wird Motorrad Motoröl benötigt?

Was ist der Unterschied zwischen Mineral und syntetischem Öl?

Welches Motoröl ist das Richtige für mein Motorrad?

Wann und weshalb ist ein Motorradöl wechsel notwendig?

Wovon unterscheidet sich das Motorrad Motoröl vom Auto Motoröl? 

Motorrad Motoröl -wozu wird der Schmierstoff benötigt?

Ob nun von einem Auto oder einem Motorrad die Rede ist, für beide Varianten gilt größtenteils derselbe Aufgabenbereich. Motoröl ist ein Schmierstoff, der die Reibung mechanischer Bauteile verringern und somit vor Schäden bewahren soll. Dabei sind die Anforderungen an den Schmierstoff besonders hoch. Denn Motoröl muss bei allen peripheren Temperaturen, die im Motorraum vorherrschen können, seine Eigenschaften bewahren. Und da die Anforderungen im Motorraum eines Autos und eines Motorrads sehr unterschiedlich sind, ist dies bereits ein Hinweis, weswegen Motoröl für das Motorrad ganz anders strukturiert sein muss als Motoröl für das Auto.

Die Aufgaben eines Motoröls im Überblick:

 

✓      reduziert Reibung von Metallteilen

✓      Kühlung von Bauteilen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind

✓      Feinabdichtung

✓      Kraftübertragung

✓      Korrosionsschutz und Motorenreinigung

 

Der Unterschied zwischen Mineralöl und synthetischem Öl

Mit herkömmlichen Erdöl hat Motorenöl nicht mehr viel gemein, obgleich jedes Motoröl auf herkömmlichen Erdöl basiert. Ein modernes Motoröl besteht allerdings aus noch weiteren Komponenten. Hier kommt es ganz auf die Mischung an. Denn um die vielen notwendigen Schmiereigenschaften oder auch die Temperaturbeständigkeit zu gewährleisten, werden dem Motoröl diverse Additive zugesetzt. Ein besonders leistungsstarkes Motoröl ist somit ein Gemisch aus einem Grundöl und unterschiedlichen Additiven. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass je mehr Additive in einem Motoröl vorhanden sind, desto qualitativ hochwertiger und für gewöhnlich auch teurer ist der Schmierstoff.

Als Grundöl werden häufig Mineralöle verwendet. Diese lassen sich relativ kostengünstig und einfach produzieren, da sie durch diverse chemische Prozesse aus herkömmlichen Erdöl gewonnen werden. Bei Mineralölen handelt es sich um simple Kohlenwasserstoffverbindungen.

Konträr dazu stehen die Synthetiköle, die allerdings ebenfalls aus Erdöl gewonnen werden. Der Unterschied zum Mineralöl liegt im Herstellungsverfahren. Während Mineralöl destilliert wird, muss beim Synthetiköl eine aufwendige und kostspielige Synthese durchgeführt werden. Der Gewinn liegt hierbei in der chemischen Struktur des Öls. Der molekulare Aufbau ermöglicht eine effektivere Nutzung der beigesetzten Additive, wodurch die Leistungskomponenten von synthetischen Motorölen besser zu tragen kommen.

Die wesentlichen Vorteile vollsynthetischer Motoröle gegenüber den mineralischen Motorölen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • auch bei niedrigen Temperaturen erfolgt ein wesentlich besserer Kaltstart
  • der Verschleiß der Bauelemente im Motor ist durch die bessere Schmiereigenschaft geringer
  • die Schmiereigenschaft hält deutlich höheren Temperaturen stand

 

Achtung

Ein wichtiger Hinweis gilt für alle Motoröle. Es gibt bezüglich der Bezeichnung eines Motoröls keine gesetzlich geregelten Bestimmungen. Aussagen wie „synthetisch“, „vollsynthetisch“ oder auch „polysynthetisch“ können werbestrategisch ganz frei von den Herstellern verwendet werden. Aus diesem Grunde ist die Bezeichnung der Motoröle nicht zwangsweise ein Indiz auf die tatsächlichen Inhaltsstoffe respektive die Qualität vom hochwertigen Motorrad Öl.

Welches Motoröl ist das Richtige für mein Motorrad

Wie bereits erwähnt, kommt es bei der Auswahl des richtigen Öls auf den Motor an. Aus diesem Grunde geben die Hersteller von Automobilen oder Motorrädern immer an, welche Ölqualität bei Ihrem Zweirad benötigt wird. Zahlreiche Untersuchungen, Prüfläufe und technische Bauteile spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle, die von Laien ganz einfach nicht zu bewerten sind. Aus diesem Grunde und zur Bewahrung etwaiger Garantieansprüche ist es ratsam, dass Sie sich bei der Auswahl der Motoröle stets an die Vorgaben des Fahrzeugherstellers halten.

Ölqualität klassifiziert und spezifiziert sich stets an geregelten Klassen, die als SAE-Viskositätsklasse und API-Klassifikation sowie ACEA-Spezifikation bezeichnet werden. Einige wenige Hersteller haben jedoch auch individuelle Normen festgelegt.

API-Klassifikation richtet sich im Regelfall jedoch nur an Motoren für Autos. Speziell für Motorräder gibt es eine weitere Norm, die als Qualitätsnorm angesehen werden darf. Hierbei handelt es sich um die JASO-Klassifikation (Japan Automobile Standard Organization). Diese Klassifikation gewährleistet, dass das enthaltene Öl mit den in Motorradmotoren verbauten Ölbadkupplungen kompatibel ist.

Motorölwechsel - warum und weshalb ist ein Motorradöl wechsel notwendig?

Die meisten Hersteller von Fahrzeugen geben vor, in welchem Zeitintervall der Motorölwechsel stattzufinden hat. Trotz technischer Fortschritte unterliegt Motoröl noch immer einem Verschleiß. Hohe Temperaturen, Verschmutzungen und die natürliche Alterung setzen die Eigenschaften des Öls auf Dauer herab, sodass ein Wechsel notwendig wird.

Grundsätzlich muss beim Ölwechsel auch ein Filterwechsel stattfinden. Dieser besitzt die Aufgabe, das Motoröl von Unrat zu säubern wie beispielsweise Verbrennungsrückstände oder Metallteilchen. Mit zunehmender Zeit verdreckt jedoch auch der Ölfilter, sodass dieser seine Funktion nicht mehr ausführen kann. Das Öl strömt somit mit allen Verschmutzungen zu den Schmierstellen und kann Bauteile beschädigen. Auch wenn Hersteller ebenfalls für den Ölfilter Wechselintervalle angeben, ist es ratsam, Motoröl und Ölfilter stets simultan auszutauschen.

Anleitung zum Motorölwechsel und Filteraustausch 

  1. Lassen Sie den Motor an, sodass das Motoröl flüssiger wird. Nehmen Sie die Einfüllschraube ab. Öffnen Sie die Ablassschraube und lassen Sie das Öl in einem vorbereiteten Behälter fließen.
  2. Wechseln Sie nun den Filter. Beschmieren Sie den Dichtring vorab leicht mit Öl. Nun können Sie den Filter einsetzen. Erst mit der Hand anziehen, danach den Drehmomentschlüssel nutzen.
  3. Setzen Sie die Ablassschraube mit neuem Dichtring ein. Ziehen Sie diese mit dem richtigen Drehmoment fest. Dies ist wichtig, da das Gewinde sehr sensibel reagiert. Füllen Sie nun die vorgeschriebene Ölmenge auf.
  4. Lassen Sie den Motor einige Minuten laufen, sodass sich das Motoröl im Motorraum verteilt. Stellen Sie danach den Motor ab und kontrollieren Sie den Ölstand. Führen Sie gegebenenfalls Korrekturen beim Füllstand aus.

 

Warum sich Motoröl für das Motorrad und Motoröl für das Auto unterscheiden

Nutzen Sie niemals ein Motoröl für Ihr Motorrad und Ihr Automobil. In beiden Motoren herrschen gänzlich unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen vor, die ein einziges Motoröl nicht eigenständig erfüllen kann. Motoren von Motorrädern laufen für gewöhnlich heißer als Automotoren, da sie wesentlich höhere Drehzahlen erreichen und im Gegensatz zum Automotor luft- und nicht wassergekühlt werden. Getriebe und Kupplung werden beim Motorrad durch das Motoröl mitversorgt, sodass dieses intensiveren Scherbelastungen ausgesetzt ist. Zudem eignen sich nicht alle Additive aus Motoröl für Automobile für die Ölbadkupplungen von Motorrädern.

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