Motorrad Motoren - Zweizylinder & Vierzylinder

Motorrad Motoren lassen sich anhand deren Bauart und deren Arbeitsprinzip unterscheiden. Verbrennungsmotoren sind wiederum in verschiedene Bauarten unterteilt, die sich anhand der Anordnung und Anzahl der Zylinder unterscheiden. Bei Motorrädern werden und wurden folgende Bauarten des Verbrennungsmotors verbaut:

Inhaltsverzeichnis

Einzylinder

Zweizylinder-V, 90 Grad

Zweizylinder-V, 45 Grad

Zweizylinder - Reihe

Zweizylinder - Boxer

Dreizylinder - Reihe

Vierzylinder - Reihe

Vierzylinder V 

Einzylinder

      Dieser wird entweder stehend oder liegend verbaut. Der Einzylinder ist sozusagen die Urform des Motorradmotors. Die Basis auf der über die Jahrhunderte neue Motoren für Motorräder entwickelt wurden.

Der Einzylinder besitzt eine Einspritzung, Vierventiltechnik und zwei Nockenwellen, die oben liegen. Zudem sorgt eine Flüssigkeitskühlung für entsprechende thermische Sicherheit. Durch diese Kühlung wird natürlich auch die Geräuschentwicklung reduziert. Die Vorteile dieser Bauform sind neben einer geringen Masse, Wartungsfreundlichkeit und kompakte Abmessung natürlich auch die Drehfreude des Einzylinders. Aufgrund einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit wird der Einzylinder vor allem in Funbikes, Geländemaschinen, Einsteiger-Motorräder oder leichten Allrounder verbaut. Dieser Motor ist sozusagen perfekt für leichte Maschinen mit einem Hubraum zwischen 125 und 650 cm³, wie z. B. bei der Enduros.

Zweizylinder-V, 90 Grad

Der Zweizylinder V, 90 Grad ist wesentlich schmaler gebaut als ein Vierzylinder-Reihenmotor. Zudem ist dieser Motor natürlich auch wesentlich leichter. Der neunzig Grad Zylinderwinkel sorgt für eine wesentlich bessere Laufruhe als ein 2-Zylinder-Reihenmotor gleicher Klasse. Aufgrund der Wasserkühlung ist der Zweizylinder-V, 90 Grad extrem leistungsstark und natürlich belastbar. Aus diesem Grund eignet sich dieser Motor auch für den Rennsport. Nachteilig ist allerdings, dass für den Zweizylinder V, 90 Grad ein hoher Fertigungsaufwand von Nöten ist. Dementsprechend kostenaufwendig ist daher die Produktion. Des Weiteren hat dieser Motor einen eher mäßigen Bedarf an Wartung.

Zweizylinder-V, 45 Grad

Der bekannteste Vertreter innerhalb dieser Motorenklasse ist der Motor innerhalb der Harley Davidson. Der 45 Grad Zylinderwinkel ist aus technischer Sicht eigentlich ein absolutes No-Go, da selbst Ausgleichsgewichte an der Kurbelwelle überflüssige Massenkräfte nicht abfangen können. Das bedeutet, dass der Motorrad Motor innerhalb des gesamten Drehzahlenbereichs vibriert und durchgeschüttelt wird. Dennoch hat der Zweizylinder V 45 Grad aus technischer Sicht Vorteile, die sich nicht bestreiten lassen. So ist dieser Motor äußerst kompakt konstruiert, wodurch der Motor sehr wartungsfreundlich ist. Zwar bringt der Zweizylinder V 45 Grad nur äußerst bescheidene Leistung, doch der erstklassige Sound oder der urige Charakter des Motors entschädigt für so vieles. In der Regel wird dieser Motor in Chopper oder Cruiser eingebaut.

Zweizylinder - Reihe

Der Zweizylinder-Reihe, auch bekannt als Gleichläufer oder Parallel-Twin, hat ein einmaliges Funktionsprinzip. In seinem Inneren laufen die beiden Kolben innerhalb Ihres Zylinders absolut synchron auf und ab. Daher hat dieser Motor den Vorteil, dass es zu einer erstklassigen Kraftentfaltung vor allem im mittleren und unteren Drehzahlen Bereich kommt. Nachteilig ist allerdings, dass der Motor vor allem im höheren Drehzahlenbereich mit starken Vibrationen zu kämpfen hat. Die starken Vibrationen können durch verschiedene Ausgleichssysteme deutlich gemildert werden.

Diese Ausführung des Motorradmotors gibt es auch in der Ausführung des Gegenläufers. Das bedeutet, dass der Aufbau der gleiche ist, wie beim Gleichläufer, allerdings laufen die Kolben gegeneinander. Diese Ausführung des Zweizylinders Reihe hat zwar eine wesentlich bessere Laufruhe, zeigt aber deutlich weniger Durchzugsvermögen.

Vorteilhaft an diesem Motor ist, dass er kostengünstig produziert werden kann. Des Weiteren ist der Zweizylinder Reihenmotor kompakt konstruiert und als äußerst leistungsstark bekannt. Daher ist dieser Motor die perfekte Wahl für ein Motorrad, das der dynamischen Mittelklasse angehört.

Zweizylinder Boxer

Boxer stammt aus der englischen Sprache und steht für flat engine, auf Deutsch, flacher Motor. Auf Grund der flachen Bauform bekommt das Motorrad mit diesem Motor einen äußerst niedrigen Schwerpunkt wodurch sich die Handlichkeit des Motorrads wesentlich erhöht.

Die Zylinder des Zweizylinder Boxers stehen weit ab, wodurch diese für Reparatur- und Wartungsarbeiten erstklassig zugänglich sind. Der Hauptvorteil eines Motors dieser Klasse ist vor allem, dass mit thermischen Problemen nicht zu rechnen ist. Selbst bei hoher Leistung ist die Luftkühlung dem Boxer Motor völlig ausreichend. Des Weiteren ist der Rundlauf des Zweizylinder Boxer erstklassig. Bei niedrigen Drehzahlen merkt man das Kippmoment nur durch ein leichtes Schütteln.

Beim Zweizylinder Boxer wird die Kurbelwelle direkt beim Getriebe positioniert. Aufgrund dieser Gegebenheit, ist ein Primärantrieb daher nicht erforderlich. Nachteilig ist, dass der Zweizylinder Boxer allerdings viel Platz braucht. Er ist äußerst teuer zu produzieren, daher nicht gerade günstig in der Anschaffung.

Dreizylinder Reihe

Der Dreizylinder Reihenmotor ist die Bauform eines Motorrad Motors, die oft gerne unterschätzt wird. Dabei vereint dieser Motor die Vorteile, der Vierzylinder- und Zweizylindermotoren. Die Leistungsfähigkeit und vor allem dessen Laufruhe sind wesentlich besser, als die des Twin-Motors. Zudem liegen das Gewicht des Dreizylinder Reihenmotors, die Größe und natürlich das Gewicht deutlich unter den Werten eines Vierzylinders. In der ersten Zeit als der Dreizylinder auf dem Markt zu haben war, sorgte sein schlechtes Image für wenige Verkäufe. Später sollten andere Gründe für geringe Verkaufszahlen sorgen. Doch wer eine Vorliebe für Technik hat, weiß die Leistung, den erstklassigen Sound, die Individualität und die Laufruhe des Dreizylinder Reihen Motors zu schätzen.

Vierzylinder Reihe

Der Vierzylinder Reihenmotor begeistert vor allem über Leistung. Dieser Motor hat sehr wenig bewegte Bauteile, wodurch nur ein Zylinderblock von Nöten ist. Des Weiteren begeistert der Vierzylinder Reihenmotor durch extrem kurze Gas Wege.

Zu den Stärken dieses Motors gehören Daher vor allem Drehzahlfestigkeit und Laufruhe. Dank moderner Technik und Werkstoffe werden die Bauteile zwar filigran gestaltet, begeistern dennoch durch ihre Stabilität.

Allerdings hat ein Vierzylinder Reihenmotor den Nachteil, dass er eine hohe Masse besitzt und zudem sehr breit ist. Eine separate Kühlung ist unbedingt notwendig. Am besten ist ein Wasserkühlung. Diese dämmt nicht nur, sondern führt auch überflüssige Hitze ab.

Der Vierzylinder Reihenmotor sieht nicht unbedingt stylisch aus und stellt eigentlich auch nicht unbedingt eine beeindruckende technische Lösung dar, für Rennsportler ist dieser Motor dennoch immer die erste Wahl.

Vierzylinder V

Der Vierzylinder V Motor ist eine beeindruckende technische Lösung. Die beeindruckende Laufkultur des Motors wird ermöglicht durch die kleinen Einzelhubräume, die eine sehr hohe Drehzahl erlauben. Des Weiteren ist der Vierzylinder V wesentlich schmaler als der Vierzylinder Reihenmotor. Allerdings ist die Fertigung dieses Motors wesentlich kostenaufwendiger. Natürlich ist der Motor auch äußerst pflegeintensiv.

 

 

 

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