Motorrad Kette

Der Sekundärantrieb eines Motorrads funktioniert je nach Modell entweder über eine Welle (Kardan), eine Kette oder einen Zahnriemen. Insgesamt gibt es drei verschiedene Bauarten einer Motorradkette. 

Inhaltsverzeichnis

Motorrad Kettenarten

O-Ring und X-Ring-Kette – wie unterscheiden Sie sich?

Motorrad Kettenantrieb - Funktion

Motorrad Kette - Haltbarkeit

Wie überprüft man das Spiel einer montierten Kette?

Motorrad Kette - richtig spannen

Kettentrum – Funktionsweise

Großes oder kleines Ritzel – was hat man davon?

Ritzel zur Leistungssteigerung richtig tauschen

Motorradkette neu ein- und ausbauen

Motorrad Kettenarten

  • die Rollenkette

Rollenketten werden hauptsächlich bei schwächeren Motorrädern eingesetzt. Hierbei ist jede der einzelnen Hülsen der Kette, mit einer Rolle ummantelt. Die Hülsen und die Rollen gleiten aufeinander. Damit der Verschleiß der Rollkette reduziert wird, muss diese immer gut geschmiert sein.

  • die Hülsenkette

Für die modernen Motorräder werden Hülsenketten in der heutigen Zeit nicht mehr genutzt.

  • O-Ring-Kette, eine Form der Rollkette

Seit kurzem haben sich die sogenannten O-Ring-Ketten als Antrieb in der Motorradtechnik durchgesetzt. Das Besondere an dieser Art Kette ist, dass der Abstand zwischen Bolzen und Hülse mit Fett gefüttert ist. Durch einen Dichtring wird nicht nur das Austreten von Fett verhindert, sondern auch das Eintreten von Schmutzt. Durch diese Besonderheit wird der Verschleiß der Kette extrem reduziert. Dennoch sollte die O-Ring-Kette regelmäßig gepflegt werden in dem Sie mit Kettenspray regelmäßig eingefettet wird.

Wichtig: Für den Endantrieb eines Motorrads wird die Zahnkette nicht verwendet.

O-Ring und X-Ring-Kette – wie unterscheiden Sie sich?

Wird von hochwertigen Motorradketten gesprochen, ist meist die Rede von X-Ring- bzw. O-Ring-Ketten. Doch worin unterscheiden sich beide O-Ring-Ketten?

a)      O-Ring-Ketten – was ist das?

Bei dieser Motorradkette befindet sich die Markierung direkt auf dem O-Ring. Er hat den Effekt, dass es zu einer geringeren Reibung zwischen den verschiedenen Metallteilen kommt.  Durch den O-Ring werden die Teile der Motorradkette durch ein Spezialfett gefettet, das sich im Inneren des O-Rings befindet.

b)      Die X-Ring-Kette – was macht Sie aus?

Bei der X-Ring-Kette handelt es sich eigentlich um dasselbe Bauteil. Allerdings hat es nach dem Einbau die Form eines X. Dadurch werden die Reibungswiderstände zwischen den Metallteilen noch einmal vermindert. 

Wie funktioniert der Kettenantrieb eines Motorrads?

Die Kette eines Motorrads setzt sich aus einzelnen Gliedern zusammen. Zwei der Glieder sind jeweils über zwei Bolzen beweglich miteinander verbunden. Die Verbindung zu den nächsten zwei Kettenglieder werden durch zwei weitere Laschen dargestellt. Diese wiederum liegen zwischen den Außenlaschen. Die Innenlaschen der Motorradkette sind in Hülsen gepresst. Diese können sich auf den Bolzen knicken bzw. drehen. Der maximale Winkel des Knickwinkels hängt jeweils von der Größe des Ritzels ab. Die Teilung des Ritzels, des Kettenrades und der Ketten müssen jeweils übereinstimmen. Die Maßangabe der Teilung erfolgt in Zollbruchzahlen.

Beispiel:

5/8 x 3/8

Der erste Wert zeigt den Abstand zwischen den Bolzen an. Der zweite Wert stellt den Abstand zwischen den Inneren Laschen dar. Der Wert der inneren Laschen muss unbedingt mit der Breite des Kettenblatt übereinstimmen. Die Belastbarkeit der Motorradkette wird nicht nur durch Ihre Dimension definiert, sondern auch durch die Qualität des verwendeten Stahls und der späteren Bearbeitung der einzelnen Laschen.

Die Haltbarkeit der Motorrad Kette

Bei der maximalen Beschleunigung eines Motorrads muss die Antriebskette einer Gewichtsbelastung von einer Tonne bzw. 10 000 N standhalten. Doch nicht alleine die Beschleunigung belastet die Motorradkette, es kommt nämlich zu weiteren Belastungsspitzen, die durch das Ab- und Aufschwingen des sogenannten unteren Kettentrums entstehen.

Die Motorradkette: Wie überprüft man das Spiel einer montierten Kette?

Die Spannung einer montierten Kette am Motorrad lässt sich einfach feststellen. Hierbei wird die Spannung der Kette ungefähr zwischen Kettenrad und Ritzel direkt am Kettendurchhang gemessen. Hierzu sollten Sie wissen, dass das normale Spiel der Motorradkette herstellerabhängig immer zwischen 2 und 3 cm liegt. Da die Kette aufgrund unterschiedlich auftretender Zugkräfte einen abnormalen Durchhang zeigen kann, ist es wichtig, dass Sie die Motorradkette an den verschiedensten Stellen prüfen. Zudem ist es sinnvoll, dass das Spiel der Motorrad-Kette im belasteten Zustand gemessen wird. Das heißt, Sozius oder Fahrer sollten auf dem Motorrad sitzen.

Da beim Bremsen oder Beschleunigen hohe Zugkräfte auftreten, treten abhängig von der Qualität der Kette ab ein paar 100 bis 1000 Kilometer die ersten Verschleißerscheinungen auf. Verschleißerscheinungen der Kette zeigen sich deutlich in dem das Spiel in Laufrichtung größer wird. 

Motorradkette spannen – aber wie? 

In der Regel ist das Spannen einer Motorradkette nicht sehr schwer, da das Bordwerkzeug in der Regel ausreicht. Auch wenn das Bordwerkzeug mitgeliefert wird, sollte man das Werkzeug dennoch prüfen. Schraubenschlüssel oder Zangen minderer Qualität sollten unbedingt durch höherwertiges Werkzeug ausgetauscht werden. Dabei sollte man die Abmessungen des Bordwerkzeugs bedenken, nicht dass das neu gekaufte Werkzeug nicht in den am Motorrad integrierten Werkzeugboxen keinen Platz findet.

Beim Kettenspannen unbedingt das Hinterrad so positionieren, dass die strammste Kettenstellung noch über das erforderliche Spiel im Kettentrum verfügt. Ansonsten kann das Lager der Getriebeausgangswelle dem so genannten Ritzel ausgeweitet werden und Undichtigkeiten herbeiführen. Um die nötige Parallelität zwischen Fahrzeuglängenachse und Kettenlaufrichtung prüfen, kann man ein Kettenflucht Lasers kaufen um die Flucht zu überprüfen. Besitzer von Motorrädern ohne Hauptständer sollten einen Montageständer kaufen. Zu den besonders hochwertigen Spannvorrichtungen an der Hinterradschwinge zählen Prismen- und Exzenter Führungen.

Motorradkette spannen – die Arbeitsschritte

a)    Das Motorrad sollte unbedingt einen sicheren Stand haben. Fahren Sie eine Maschine ohne Hauptständer, muss als erstes der ersten Gang eingelegt werden. Anschließend wird das Motorrad vorsichtig vorgeschoben, bis der automatische Widerstand des Motorrads einsetzt. Anschließend wird das Motorrad auf dem Seitenständer abgestellt. Nun wird der Splint der Hinterachsmutter entfernt. Am besten mit der Hilfe eines Schraubenziehers und einer Flachzange.

b)    Die Hinterachse wird immer auf der Seite der Achsmutter gelöst. Die Achsmutter wird vorsichtig mit einem Gabelschlüssel gelöst.

Tipp: Machen Sie beim Lösen der Schraube keine ruckartigen Bewegungen, sonst könnte das Motorrad kippen.

c)    Die Achsmutter wird nur so weit gelöst, dass die Spannung auf dem Hinterrad und der Schwinge nachlässt. Das Rad lässt sich nun mit geringem Widerstand nach hinten ziehen. Anschließend wird der Kettenspanner mit der Hilfe zweier Gabelschlüsseln gelöst. Bei den Muttern an der Schwingenseite muss gegengehalten werden bis die Kontermuttern geöffnet sind.

d)    Die linke und rechte Stellmutter werden gleichmäßig im Uhrzeigersinn eingedreht. Dadurch wird die Kette gespannt und das Rad leicht nachhinten gezogen. Dabei prüft man den Kettendurchhang im Zentrum des unteren Kettenstrangs. An dem Kettenspanner und der Schwinge befinden sich Markierungen wodurch verhindert wird, dass das Rad schräg gestellt wird.

e)    Stimmt das Spiel der Kette mit den im Fahrtenbuch angegebenen Werten überein, sollte unbedingt noch einmal die symmetrische Einstellung des Kettenspanners getestet werden. Damit die Einstellung erhalten bleibt, wird der Stil eines Hammers oder etwas in der Art zwischen das Kettenrad und der Kette gesteckt. Jetzt wird die Achsmutter angezogen.

f)     Nun wird die Einstellmutter des Kettenspanners noch einmal nachgezogen. Anschließend erfolgt die Sicherung der Kontermutter. Eine Prüfung des Kettenspiels erfolgt erneut indem das Spiel der Kette an den verschiedensten Stellen der Kette geprüft. Das geht ganz einfach, in dem man das Rad einfach dreht. Merkt man Unregelmäßigkeiten, kann man davon ausgehen, dass die Kette defekt ist. In diesem Fall sollte diese samt des Kettenrades und dem Ritzel gewechselt werden. 

 

Großes oder kleines Ritzel – was hat man davon?

Gerade Motorradfahrer, die Ihre Maschine gerne tunen, haben sich schon die Frage gestellt, ob die Größe des Ritzels tatsächlich Einfluss auf die Leistung des Motorrads hat. Im Vergleich des großen und kleinen Ritzels ist aus physikalischer Sicht bereits auf dem ersten Blick klar, dass das Motorrad bei einem größeren Ritzel mehr Leistung erbringen muss im Vergleich zu einem kleineren Ritzel bei derselben Geschwindigkeit. Wird das vorhandene Ritzel durch eine Ritzel anderer Größe ausgetauscht erfolgt sozusagen eine Änderung des Übersetzungsverhältnis. Im Zusammenspiel zweier mittels Kette verbundener Kettenblätter, ist das Größere stets das Kettenrad, das Kleiner das Ritzel. Durch die Änderung einzelner bzw. beider Räder ändert sich das Übersetzungsverhältnis und nimmt Einfluss auf die Fahrleistung. Wird das Ritzel kleiner, verbessern sich Beschleunigung und Elastizität, dafür dreht der Motor im letzten Gang früher in den Drehzahlbegrenzer. Dasselbe Resultat erreicht man mit einem größerem Kettenrad. Wird das Ritzel größer, verschlechtern sich Beschleunigung und Elastizität, dafür lässt sich der Motor insgesamt Drehzahl schonender bewegen.

Was ist ein Kettentrum?

Als Trum bezeichnet man den freilaufenden Teil einer Kette oder eines Riemens, weshalb solche Antriebe grundsätzlich über einen oberen und einem unteren Trum verfügen. Das Soiel im Antriebsstrang – vor allen bei Richtungsänderung des Kraftflusses bemerkbar – ist zwingend notwendig, da Reibung sowie die auftretenden Kräfte damatisch ansteigen würden und ansonsten Lager und den Antrieb selbst zerstören. Weiter wird dadurch – bis zu einem gewissen Grad eine ungleiche Länge kompensiert. Ist das Spiel zu groß, beginnt die Kette zu peitschen. Im Falle einer Sekundärkette können ungünstige Schwingungen bis ins Fahrwerk dringen.

Bei einer Steuerkette „Antrieb der Nockenwelle“ übernimmt ein verstellbarer Kettenspanner den Längenausgleich. Auf der gegenüberliegenden Seite sorgt eine fest fixierte Gleitschiene für einen ruhigen Lauf. Um eine große Umschlingung und damit einen möglichst gleichmäßigen Lauf durch guten Formschluss zu erreichen, sind Gleitschienen mehr oder weniger stark gekrümmt. Um das erforderliche Spiel im Kettentrum möglichst klein zu halten, verwendet man im Gegensatz zu einer robusten Rollenketten am Hinterrad im Motor feingliedrige Zahnketten. Dadurch ergeben sich zudem exaktere Steuerzeiten. Beim Einstellen derselben muss Trum auf der Antriebsseite (Drehrichtung der Kurbelwelle beachten) straff sein.

Motorrad-Tuning durch Austausch des Ritzels – auf was sollte man achten?

  • Wird das Ritzel ausgetauscht durch ein Ritzel anderer Größe, ist eine Eintragung in die Betriebserlaubnis bzw. eine Abnahme durch TÜV oder Dekra notwendig, um unnötigen Ärger mit den Freunden in Weiß-grün zu vermeiden. Dabei sollte man nicht denken, dass die Polizei eh keine Ahnung von Motorrädern hat. Das stimmt nicht, denn es gibt genügend Polizisten, die selber Motorrad fahren. Wird durch den Austausch des Ritzels eine höhere Geschwindigkeit durch den Austausch des Ritzels, kann das soweit gehen, dass die Betriebserlaubnis des Motorrads erlischt. Aufgrund der Geschwindigkeitsänderung kann sogar eine andere Führerscheinklasse nötig sein, um das Motorrad überhaupt noch führen zu dürfen. Von der Versicherung gar nicht zu reden, denn diese würde im Schadensfall bei diesen Gegebenheiten garantiert Regress fordern.

 

  • Tauscht man das vorhandene Ritzel durch ein kleineres aus, wird grob gesagt, die Zugkraft der Kette verstärkt. Das bedeutet, dass der Kaltstart des Motorrads wesentlich schneller ist. Größere Ritzel wiederum haben den Effekt, dass die Zugkraft auf der Kette verringert wird. Doch hat ein größeres Ritzel den Effekt, dass die Endgeschwindigkeit abhängig von der Motorleistung der Maschine höher wird. Doch sollte man bedenken, dass eine größere Endgeschwindigkeit kaum etwas nutzt, wenn das Motorrad aufgrund der geringeren Zugkraft zum Start schon fast geschoben werden muss.

 

Wichtig: Wollen Sie das Übersetzungsverhältnis Ihres Motorrads ändern, ist das nur sinnvoll, wenn Sie sich an einen Fachmann wenden. Nur dieser kann Ihnen entsprechend helfen, das Richtige zu tun.

Motorradkette neu ein- und ausbauen- auf was sollte man achten? 

  • Geht es um den Einbau einer neuen Motorradkette, ist es schwierig eine genaue Einbauanleitung abzugeben, da es viele verschiedene Motorradmodelle gibt. In so einem Fall hilft der Blick in ein vom Hersteller verfasstes Handbuch. Doch sollten Sie sich trotz genauer Anweisung klar darüber sein, dass es dennoch sinnvoller ist, nur Kettensätze zu montieren, wenn man auch wirklich Ahnung davon hat, und zwar zur eigenen Sicherheit. Nicht fachgerechte Montage der Kette verursacht teure Folgeschäden.

 motorrad-kette-wechseln

motorrad-kette-ausbauen

  • Wurde Ritzel, Kettenrad und Kette demontiert, ist es ratsam, dass die Anlageflächen gereinigt werden. Sinnvoll ist es zudem dabei Splinte und Sicherungsbleche auszutauschen, um zu verhindern, dass das Hinterrad weiterhin da bleibt, wo es ist.

 

  • Befestigungsschrauben sollte man immer mit einem Drehmomentschlüssel festziehen, um zu verhindern, dass die Schrauben irgendwann abgedreht werden. Es ist nicht gerade spaßig, das Gewinde zu entfernen, nach dem der Schraubenkopf abgedreht wurde.

 motorrad-kette-montieren

  • Unabhängig, welches Motorrad-Modell Sie haben, an der Außenseite muss sich immer die Verschlussfeder der Kette befinden, während die geschlossene Feder in die Laufrichtung der Motorradkette schauen muss. Achten Sie immer darauf, dass die Feder und das Kettenschloss immer gut anliegen. Schließlich wollen Sie während der Fahrt nicht unbedingt die Kette verlieren, da das schlimme Unfälle nach sich ziehen kann.

 motorradkette-pin-einsatz

  • Nach der Montage der Kette ist es wichtig, das Spiel der Kette jedes Mal zu überprüfen. Unabhängig, ob die Kette zu lose ist oder zu stramm, beide Situationen können böse Folgen nach sich ziehen. Schlimmsten Fall kann die Motorradkette sogar reißen. Des Weiteren sollte man wissen, dass eine Motorradkette, die schlecht gespannt wurde, schneller verschleißt. Das wiederum bedeutet eine höhere Bedeutung für Ihren Geldbeutel.

 

  • Beim Einbau des Hinterrades sollten Sie genau darauf achten, dass die Spur korrekt ist. Nur geringste Abweichungen würden zu einer einseitigen Belastung der Reifen und einem unsicheren Fahrbetrieb führen. Der Abstand zwischen Radmutter und dem Ende der Schwinge mittels Maßstaab messen oder auf die Anzeige. Hierzu muss der Abstand links wie rechts den selben Abstand besitzen.  

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