Alles über Kennzeichenhalter - Informationen zum Kauf, Beleuchtung und Montage

Es gibt für Motorradfahrer wohl nichts, das unbeliebter ist, als das Anbringen eines Kennzeichens am Motorrad. In Deutschland ist dies allerdings Pflicht. Das Kennzeichen gilt als amtliche Kennzeichnung und wird von den vielen deutschen Zulassungsstellen ausgegeben. Dennoch bleiben Kennzeichen in Deutschland wenig flexibel. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist es hierzulande nicht möglich, eigene Namen, Mottos oder ähnliches auf den Schildern prägen zu lassen. Denn die ersten beiden Buchstaben stehen für die Stadt, in der das Fahrzeug angemeldet ist. Erst danach dürfen Buchstaben und Zahlen gewählt werden – und das auch nur gegen Aufpreis bei der Zulassung.

Speziell für Motorräder war der Umgang mit Kennzeichen besonders schwierig. Denn bis vor Kurzem gab es ausschließlich relativ groß dimensionierte Nummernschilder. Seit April 2011 wurde dies geändert und Motorradfahrer dürfen sich über kleinere Kennzeichen freuen, die das Gesamtbild des Zweirads weniger missgestalten. Aus diesem Grunde ist es wichtig, sich auch um eine geeignete Kennzeichenhalterung zu bemühen, die nicht nur die richtige Größe hat, sondern auch ansonsten den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Inhaltsverzeichnis

Woraus bestehen Motorrad Kennezeichhalter?

Gesetzliche Vorgaben bei Montage der Motorrad Kennezeichhalter

Motorrad Kennezeichenbeleuchtung - worauf ist zu achten?

Materialien der Kennzeichenhalter

In Deutschland ist es Pflicht, das Kennzeichen fest am Motorrad zu befestigen. Loses Anklemmen oder ähnliches ist nicht gestattet und wird offiziell als Missbrauch geahndet. Aus diesem Grunde ist es ratsam, sich eine ordentliche Kennzeichenhalterung zuzulegen. Diese darf sogar eigenständig hergestellt werden. Wer weniger handwerkliches Geschick besitzt, der kauft am besten eine im Handel und hat dabei sogar einige Auswahlmöglichkeiten.

  • Kennzeichenhalterung aus Kunststoff
  • Kennzeichenhalterung aus Edelstahl
  • Verchromte Kennzeichenhalterung
  • Kennzeichenhalterung in Carbon-Optik
  • Kennzeichenhalter in verschiedenen Farben oder mit Schriftzug

 

Für welches Modell Sie sich entscheiden, das liegt ganz alleine bei Ihnen. Kennzeichenhalter aus Kunststoff dürfen bestimmt als die kostengünstigste Variante bezeichnet werden, hingegen Edelstahlhalterungen sicherlich die etwas teurere, aber auch hochwertigere Alternative sind. Für Sportmaschinen sind Kennzeichenhalterungen in Carbon-Optik bestimmt das Richtige. Wer Individualität genießen möchte, der bedruckt seine Kennzeichenhalterung mit einem Schriftzug oder kauft sich diese direkt in einer bestimmten Farbe oder sogar in seinen Landesfarben.

Montage der Kennzeichenhalterung – gesetzliche Vorgaben 

Bevor Sie sich für einen Nummernschildhalter entscheiden, bedenken Sie die individuelle Größe Ihres Kennzeichens. Denn nicht jede Halterung ist für jede Kennzeichengröße geeignet. Aktuell sind Nummernschilder für Motorräder in folgenden Maßen erhältlich:

✓      18x20 Zentimetern

✓      20x20 Zentimetern

✓      22x20 Zentimetern

 

Wenn Sie Ihr Nummernschild anbringen, bedenken Sie, dass der Gesetzgeber auch dafür eine konkrete Anbauanleitung vorgibt.

✓      Das Kennzeichen darf maximal 30 Grad zur Senkrechten gekippt angebracht werden.

✓      Das Nummernschild muss zwischen 60 und 90 Grad zum Boden montiert werden.

✓      Die Oberkante des Nummernschilds darf maximal 120 Zentimeter oberhalb des Bodens liegen.

✓      Die Unterkante des Kennzeichens muss sich mindestens 30 Zentimeter oberhalb der Bodenkante befinden.

✓      Nummernschilder bei Motorrädern, die vor Juli 1958 zugelassen wurden, benötigen nur einen Mindestabstand vom Boden von 15 Zentimetern.

✓      Kennzeichen dürfen auch seitlich montiert werden, insofern Sie von 30 Grad hinter dem Motorrad stehend deutlich zu entziffern sind.

✓      Selbst gebastelte Kennzeichenhalterungen sind eintragungspflichtig durch den TÜV. Dies gilt auch, wenn Sie serienmäßige Nummernschildhalter eigenständig abändern.

Bedenken Sie ebenfalls, dass die Fahrzeugzulassungs-Verordnung besagt, dass Kennzeichen, die hinten am Motorrad angebracht sind, beleuchtet sein müssen.

Kennzeichenbeleuchtung – worauf ist zu achten?

Motorräder, die ohne Kennzeichenbeleuchtung unterwegs sind, erlangen keine TÜV-Plakette. Dies ist gesetzlich geregelt. Ausschließlich Kleinkrafträder sowie Rollstühle oder Fahrräder, die einen E-Motor besitzen, sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Falls Sie nun denken, dass es genüge, oberhalb Ihres Kennzeichens eine Leuchte anzubringen, ist dies nicht der Fall. Rückleuchten reichen zur Beleuchtung des Kennzeichens nicht aus, es sei denn, der Hersteller verfügt über eine bauartgenehmigte Kennzeichenbeleuchtung, die bei der Rückleuchte integriert ist.

Kennzeichenbeleuchtung dürfen grundsätzlich ausschließlich das Nummernschild bestrahlen und dabei nicht auf hinten gelegene Verkehrsteilnehmer leuchten. Simultan muss die Kennzeichenbeleuchtung angehen, sobald die Scheinwerfer oder das Fernlicht angeschaltet werden.

Flexibilität gibt es allerdings bei den Leuchtmitteln. Zwar darf die Beleuchtung nicht farbig ausfallen, ob Sie sich jedoch für Xenon-Licht oder neumodische LEDs entscheiden, das bleibt Ihnen überlassen.

Im Gegensatz zum Nummernschild selbst ist die Montage der Kennzeichenbeleuchtung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aus der Anbauvorgabe für die Nummernschilder ergibt sich dennoch wenig Flexibilität für die Beleuchtung.

Die Kennzeichenbeleuchtung wird vom TÜV gerne einmal übersehen. Nichtsdestotrotz ist es ratsam, stets eine funktionstüchtige Kennzeichenbeleuchtung am Motorrad zu installieren.

Wichtiges zur Kennzeichenbeleuchtung im Überblick:

  • Jedes Motorrad muss hinten über eine Kennzeichenbeleuchtung verfügen.
  • Rückleuchten reichen als Beleuchtung nicht aus.
  • Es gibt keine Anbauvorgaben.
  • Leuchtmittel sind frei wählbar, solange sie nicht farbig sind und den rückwärtigen Verkehr nicht anstrahlen.

 

Als wichtiger Hinweis gilt, dass Sie Leuchtmittel nicht beliebig tauschen dürfen. Falls Ihre Kennzeichenbeleuchtung serienmäßig über Halogenlampen verfügt, dürfen Sie diese nicht einfach durch LED-Leuchten ersetzen. Möchten Sie Ihre Kennzeichenbeleuchtung dennoch durch LED-Lampen optimieren, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Sie legen sich neben dem neuen Leuchtmittel auch eine neue Fassung zu.
  • Sie tauschen die gesamte Beleuchtungseinheit aus.
  • Sie tauschen Halogenlampe mit LED-Lampe und holen sich eigens dafür eine Genehmigung durch den TÜV.

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