Gepäck für Motorrad Fahrer

Wohin mit der Dose Mineralwasser bei der Tagestour mit dem Motorrad? Wohin mit Zelt und Schlafsack im Urlaub? Es gibt viele Möglichkeiten, auf dem Motorrad Gepäck unterzubringen: Körpernah in Hüfttaschen oder Rucksäcken Im Tankrucksack In Koffern In Packtaschen In Topcase In der Gepäckrolle Auf dem Gepäckträger

Bei Fahrten mit Gepäck muss darauf geachtet werden, dass der Gesamtschwerpunkt des Fahrzeuges nicht zu hoch wandert. Schwere Gepäckstücke daher nah am Rahmen und möglichst tief anbringen.

Motorrad Gepäck Körper nah platzieren

Bei Tagestouren und sportlicher Fahrweise empfiehlt sich die Körper nahe Platzierung des Gepäcks. Im Gegensatz zur Unterbringung am Motorrad lässt sich Körper nahes Gepäck (subjektiv) besser ausbalancieren, weil es die Fahrzeugmasse nicht erhöht. Die spartanische Lösung sind großvolumige Hüfttaschen, die es sogar mit Extra - Halterungen für Getränkeflaschen gibt.

Aus Sicherheitsgründen sollte man ausschließlich bruchfeste Flaschen verwenden, niemals Glas. In den Fächern lassen sich Werkzeug sowie ein Frühstücksbrot oder der Schokoriegel unterbringen. Etwas mehr Volumen bieten Rucksäcke, angefangen vom modischen Tagesrucksack bis hin zu größeren Wandermodellen. Gestell Rucksäcke haben auf dem Rücken eines Motorradfahrers nichts Verloren. Überhaupt lehnen manche Fahrer Rucksäcke aus Sicherheitsgründen ab. Bei einem Sturz vereitelt der Rucksack jeden Versuch, sich ab zurollen.

Tankrucksack für das Motorrad

Ein idealer Platz für den Transport von weniger sperrigen Teilen ist der Tank. Auch die Schwerpunktlage ist hier sehr günstig, so dass die Mitnahme von schweren Teilen kein Problem wird. Bordwerkzeug, Konservendosen für das Unterwegsmahl und ähnliche Dinge transportiert man deshalb am besten im Tankrucksack. Tankrucksäcke sind nicht nur für die große Reise nützlich, sondern auch für die Tagestour. Wie der Wanderer seinen Rucksack auf den Rücken schnallt, so wird dieser Rucksack auf dem Tank befestigt. 

In den sechziger Jahren wurde das Konzept des Rucksacks auf das Motorrad übertragen und den Tankrucksack erfunden. Sie bestehen aus einem Unterteil aus dickem Kernleder und einem flexiblen Oberteil aus gummiertem Cabrio-Verdeckstoff. In die Abdeckung ist eine Kartentasche integriert. Die Konzeption ist an sich wasserabweisend, für Dauerregen gibt es eine Regenhülle. Im Laufe der Zeit hat das Konzept viele Nachahmer gefunden. Heutzutage wird statt der klassischen Materialien viel mit Nylon (Cordura) gearbeitet. Für die große Reise gibt es Tankrucksäcke mit seitlich herabhängenden Zusatztaschen. Für Stahltanks praktisch sind Tankrucksäcke, die mit starken Magneten haften und daher ohne lästige Fummelei befestigt werden können.

Worauf sollte ich beim kaufen eines Tankrucksacks achten?

✔ Hat das Modell ein klappbares Oberteil? An der Tankstelle sollte man nicht stundenlang Riemchen lösen und wieder festzurren müssen.

✔ Sind die Riemen gut mit der Bodenplatte des Rucksacks vernäht bzw. vernietet?

✔ Sehr praktisch ist ein Tragegriff für den Fall, dass man den Rucksack einmal so tragen muss (Vorsicht: Ist der Griff anständig befestigt?).

✔ Alle Tankrucksäcke haben an ihrer Oberseite ein Kartenfach: Passen übliche Karten dort hinein, ohne dass man sie zerknüllen muss?

Der kleine Bruder des Tankrucksacks ist das Back-Pack. Das ist auch ein Rucksack, der aber auf den Beifahrer Sitzplatz geschnallt wird. Das zerkratzt den Tank nicht und sieht bei manchen Motorrädern auch sportlicher aus.

Motorradkoffer

Motorradkoffer gehören heute zur selbstverständlichen Ausrüstung des Tourenfahrers. Moto-Act.de liefert eine breite Palette für jeden Geldbeutel und Geschmack. Sie passen in das dazugehörige Trägersystem, lassen sich Verriegeln und bei Bedarf wieder abnehmen. Problematisch sind weniger die Koffer als die Trägersysteme. Da gibt es verschiedene Bauweisen:

✔ Stahlrohr (verchromt und lackiert, rost- anfällig, Schweißnähte brechen leicht)

✔ Alu—Spritzguss (überholtes Konstruktionsprinzip: bricht leicht)

✔ Kunststoff-Spritzguss (unübertroffen haltbar, verkratzt aber leicht und sieht dann schmuddelig aus)

Es gibt individuell angepasste Anbausätze für die meisten Modelle. Dennoch ist deren Anbau häufig eine üble Fummele) Nicht immer sind Trägersysteme passgenau, besonders die geschweißten Stab) Rohr-Konstruktionen nicht. Wer die unter Spannung anbaut, der hat den Riss schon vorprogrammiert.

Lediglich stolze BMW-Besitzer sind aller Probleme ledig: Als Original-Zubehör erhalten sie perfekt angepasste Kofferträger und Koffer (was natürlich seinen Preis hat). An BMWs fallen die Trägersysterne kaum auf, wenn man mal ohne Koffer fährt. Mit Koffer sind diese vollständig in die Fahrzeuglinie integriert.

Ebenso perfekt integriert sind manche Koffer bei Motorrad-Modellen, die als Tourenmaschine konzipiert wurden, wie bei der Honda GoldWing oder anderen Touren Motorrädern von Honda. Allerdings sieht das Konzept hier auch nicht vor, die Koffer abzunehmen und ohne zu fahren.

Die Fahrer aller anderen Modelle kämpfen mit dem Problem, dass viele Koffer an einer sonst schnittigen Maschine wie halbherzig montiert aussehen. Manche Fahrer eines sportlichen Motorrads lehnt deshalb Koffer grundsätzlich ab. Andere Leute fahren nie ohne Koffer, weil man da immer allen möglichen Krimskrams mitnehmen kann (Regenzeug z.B.) und weil die Koffer bei einem möglichen Sturz die Beine davon schützen, eingeklemmt zu werden. Ob Koffer für Tourenfahrer und Reise Enduro Touristen aus Alu sein müssen, darf bezweifelt werden. Sie haben eigentlich nur einen Vorteil: Selbstbau-Koffer aus Alublech und Aluprofilen, zusammengehalten durch Popp Nieten, lassen sich individuell anpassen und zur Not unterwegs (nach einem Sturz) leicht reparieren. Koffer aus Kunststoff-Spritzguss oder tiefgezogene Koffer lassen sich nur bedingt reparieren. Außerdem sehen Alu- Koffer einfach expeditionsmäßiger aus!

Ein ungemein nützliches Zubehör für Motorradkoffer sind Innentaschen. Am Bestimmungsort lässt man die Koffer am Fahrzeug und nimmt nur die Innentaschen samt Inhalt heraus. Die sind sauber geblieben, der Dreck der Landstraße gelangt weder ins Zelt noch in Hotelzimmer. Außerdem sind Innentaschen ein zusätzlicher Schutz gegen geringfügige Wassereinbrüche.

Packtaschen

Eine gute Alternative zu Koffern sind Packtaschen. In der Regel sind zwei Taschen miteinander verbunden. Man wirft sie über den Beifahrer-Sitzplatz und lässt die Taschen links und rechts hin- unter hängen. Packtaschen gibt es in zweierlei Ausführungen: 

✔ aus Nylon für sportlichere Fahrer

✔ aus Kernleder für Custom-Biker

Bei Motorrädern mit Zentralfederbein ist dies unproblematisch, weil hier die Packtasche nirgendwo scheuern kann. Bei klassischen Motorrädern müssen Abstandhalter dafür sorgen, dass die Taschen nicht am Federbein scheuern. Vorsicht ist auf jeden Fall beim Auspuff ange- bracht: Ist der Kontakt zu wenig, schmilzt die Tasche unter Umständen dahin.

Topcase

Topcases sind schon aus optischen Gründen nicht unbedingt der Hit. Aber auch die ungünstige Veränderung des Schwerpunktes (hinten und hoch) spricht gegen das Topcase. Topcases werden auf speziellen Trägerbrücken oder auf konventionellen Gepäckbrücken montiert. Trägerbrücken für Topcases sind häufig mit Kofferträgern kombiniert. Ungeachtet ihrer Nachteile sind Topcases sehr beliebt. In ihnen lässt sich viel unterbringen: in der Regel einer, manchmal sogar zwei Helme. Sie sind abzuschließen und damit Diebstahl sicher. Raffinierte Befestigungsmechanismen Verriegeln beim Verschließen des Topcases dieses zugleich am Motorrad.

Gepäckrollen

Großer Popularität erfreuen sich Gepäckrollen. Sie werden auf dem Beifahrersitz platziert und/oder dem Gepäckträger untergebracht. In ihnen lassen sich prima ein Zelt oder Iso- Matten mit Schlafsäcken unterbringen. Gepäckrollen sind in vielerlei Ausführung in Gebrauch: 

zweckentfremdete Müllbeutel (flattert und ist bald kaputt)

Seesäcke aus dem Army-Shop (nicht wasserdicht)

aus Kernleder (für Custom-Biker, nicht wasserdicht)

aus einfachem Nylon (nicht wasserdicht)

aus beschichtetem Nylon mit verschweißten Nähten und Wickelverschluss (uneingeschränkt wasserdicht)

Gepäckrollen mit Wickelverschluss  sind so wasserdicht, dass man in ihnen sogar Daunenschlafsäcke bedenkenlos transportieren kann. Man achte nur darauf, dass die Hülle nicht beschädigt Wird. Am Markt sind unterschiedliche Qualitäten aus Verschieden dickem Material erhältlich.

Gepäckträger

Bei vielen Motorrädern gehört ein Gepäckträger zum klassischen Ausrüstungsgegenstand, der schon ab Werk mitgeliefert wird. Zwar ist das Fahrzeugheck für die Verteilung des Schwerpunkts ein denkbar ungünstiger Platz, dennoch sind Gepäckträger nach wie vor populär. Um Gepäck am Gepäckträger sicher zu verzurren, benötigt man Spanngurte. Die gibt es in drei Ausführungen.

✔ Nylon Spanngurte mit Lasche aus Metall

✔ Nylon Spanngurte mit Laschen aus Kunststoff

✔ dehnbare Spannriemen aus Expandergummi mit beidseitigem Haken

Die dehnbaren Spannriemen müssen nicht eigens gespannt werden, denn sie spannen sich von selbst. Sie lockern sich daher auch nicht bei Erschütterungen. Beim Verzurren und Lösen geht von ihnen allerdings eine gewisse Verletzungsgefahr aus, wenn der Haken aus der Hand rutscht und der Riemen zurückschnellt, sollte kein Auge im Weg sein.

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