Motorrad Fahrwerk - Funktion und Einstellung

Ein Motorrad ist ein einspuriges Fahrzeug und gewinnt seine Fahrstabilität aus den bei höherer Geschwindigkeit auftretenden Kreiselkräften. Das Fahrwerk eines Motorrads sollte so ausgelegt sein, dass der Fahrer relativ leicht seine Stabilisierung erreichen kann und dennoch ebenso leicht eine Richtungsänderung einleiten kann. Gefühlsmäßig für den Fahrer erfahrbare Bewertungsmaßstäbe sind:

✓  Straßenlage (Wie wird der Fahrbahnkontakt aufrechterhalten?)

✓  Handling (Wie lässt sich das Motorrad dirigieren?)

Die Eigenschaften eines Motorrad Fahrwerks werden wesentlich durch die Geometrie des Fahrzeugs bestimmt:

✓  Radstand

✓  Lenkgeometrie

✓  Schwerpunkt

Die Größen sind zwar einfach messbar und damit objektivierbar, dennoch sind die Effekte in ihrer Kombination schwer voraussagbar und stets das Ergebnis von Erfahrungen und umfangreichen Versuchen.

Radstand des Motorrads

Die Größe des Radstandes am Motorrad folgt der einfachen Faustregel „Länge läuft“. Das bedeutet, je länger der Radstand, desto besser die Geradeaus Laufeigenschaften.

Motorrad Lenkgeometrie

Die Motorrad Geometrie der Lenkung wird durch zwei Maße definiert:

✓ Lenkkopfwinkel

✓ Nachlauf

Unter dem Lenkkopfwinkel versteht man den Winkel, den eine Linie durch den Lenkkopf zu einer durch die Achse des Vorderrads auf die Fahrbahn gefällten Senkrechten bildet. Ein flacher Lenkkopfwinkel sorgt für besseren Gerade Auslauf, ein steiler Lenkkopfwinkel für bessere Wendigkeit.

Unter dem Nachlauf versteht man den Abstand zwischen dem Schnittpunkt der Lenkachse mit der Fahrbahn den so genannten „Durchstichspunkt“ un dem Aufstandspunkt des Reifens. Auch hier gilt: Ein langer Nachlauf sorgt für besseren Gerade Auslauf.

Schwerpunkt beim Handling

Die Höhe des Schwerpunktes wirkt sich auf das Handling des Motorrades aus. Je niedriger der Schwerpunkt, desto handlicher das Fahrzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten. Ebenso wichtig wie die Höhe des Schwerpunktes ist seine Lage auf der Längsachse des Fahrzeuges. Ein vorn liegender Schwerpunkt vermindert zwar das Handling, verschiebt aber die Pendelneigung in höheren Geschwindigkeiten. Ein hinten liegender Schwerpunkt verbessert das Handling

Inhaltsverzeichnis

Motorrad Fahrwerk - Funktion

Motorrad Fahrwerk einstellen

Fahrwerk Positiv- und Negativfederweg

Motorrad Fahrwerk – was ist das?

Die Bezeichnung Motorrad Fahrwerk betitelt genau genommen die Dämpfer- und Federelemente am Hinter- und Vorderrad des Motorrades.  

Das Vorderrad: Das Vorderrad wird je nach Motorradmodell von einem Telelever, einer konventionellen Telegabel oder einer Upside-Down-Gabel geführt.

Das Hinterrad: Das Hinterrad wird von einer zwei- oder einarmigen Schwinge geführt. Die Federung und die Dämpfung erfolgt über ein oder zwei Federbeine.

Bei Motorrad Fahrwerk spielen natürlich auch bestimmte Größen, wie Niveau, Federweg, Zugstufendämpfung, Federbasis, Druckstufendämpfung, Federbasis und Federvorspannung eine wichtige Rolle. Diese lassen sich bei einigen Fahrwerken getrennt voneinander einstellen, entsprechend der zu fahrenden Strecke oder der zu erwartenden Beladung.

Motorrad Fahrwerk einstellen – wie geht das? 

Anders als das Auto reagiert das Motorrad wesentlich deutlicher auf Veränderungen der Fahrzeuggeometrie, wie z. B. durch eine Beladung. Diese Änderung hat wiederum einen deutlichen Einfluss auf das Fahrverhalten der Maschine. Der wichtigste Schritt, um das Motorrad Fahrwerk einzustellen, ist das Niveau.

  1. Das Niveau 

Das Niveau ist der wichtigste Wert des Motorrad Fahrwerks. Nur durch die perfekte Einstellung, verhält sich das Motorrad so, wie es soll.  

            Niveau – was ist das? 

Jeder hat sicher schon gemerkt, wenn man auf einem Motorrad Platz nimmt, dass es etwas tiefer sackt. Kurz gesagt, durch das Eigengewicht des Motorrads und dem Gewicht des Fahrers werden die Federn hinten und vorne etwas zusammengedrückt. Fährt man die Maschine über die Fahrbahn pendelt Sie sich auf ein gewisses Höhenniveau ein, das Niveau bzw. Ride Height, was auf Deutsch übersetzt „Fahrhöhe“ heißt.

  1. Motorrad Fahrwerk einstellen – der Positiv- und Negativfederweg

Was ist der Negativfederweg?

Der Negativfederweg ist der Weg, den die Federn des Motorrads eingesunken sind, nach dem der Fahrer die Maschine bestiegen hat.

Was ist der Positivfederweg?

Der Positivfederweg ist der Weg, denn die Federn noch einsinken könnten (der unbelastete Federweg), nach dem der Fahrer auf dem Motorrad sitzt.

Wichtig: Das Verhältnis zwischen Negativ- und Positivfederweg sollten mindestens 1 zu 2 sein.

Beispiel: Der Federweg eines Motorrads vorne und hinten beträgt 150 mm. Das bedeutet, dass der Negativfederweg maximal 50mm betragen darf, samt Besatzung oder sogar Gepäck. Der Positivfederweg wäre in diesem Fall 100 mm. Minimale Abweichungen werden von einem Motorrad aber meist problemlos akzeptiert.

Natürlich dürfte jetzt klar sein, wie wichtig die Einstellung der Motorradfedern abhängig von der Beladung der Maschine ist. Zwar ist das nicht unbedingt einfach, das Federspiel anzupassen, wenn es zu einem Beladungswechsel kommt. Doch wer ein Maximum von seinem Fahrwerk wünscht, wird sich mit dem Negativ- und Positivfederweg wohl auseinandersetzen müssen.

  1. Motorrad Fahrwerk – das Einstellen der Federvorspannung 

Die Federvorspannung sorgt dafür, dass die Vorspannung der Federn im hinteren Teil des Motorrads geändert werden kann. Ändert man hier die Einstellungen hebt oder senkt man das Motorrad.

Wichtig: Auf die Härte der Federn hat diese Einstellung keinen Einfluss.

            Die hintere Federspannung – auf was sollte man achten?

Um das passende Verhältnis zwischen Negativ- und Positivfederspiel zu erreichen, ist es sinnvoll, wenn man sein Motorrad mit dem jeweiligen Gewicht belastet. Hierbei kann helfen, wenn man einen bestimmten Punkt am Rahmenheck markiert und dazu einen Punkt an der Schwinge. Anschließend misst man den Abstand zwischen beiden Punkten bei der vollen Belastung des Motorrads. Wie bereits erwähnt, sollte der Negativfahrweg maximal ein Drittel betragen.

            Die Gabel einstellen – aber wie? 

Das Einstellen der Gabel funktioniert ähnlich, wie die Regulierung der hinteren Federspannung. Hierbei wird ebenfalls zwischen zwei Punkten gemessen. Am besten wählt man hier das obere Ende des Tauchers und der unteren Gabelbrücke. Hier wird der Abstand zwischen beiden Punkten bei en- und ausgefederten Motorrad gemessen. Die so ermittelte Differenz stellt den Negativfederweg dar.

Wichtig: Es gibt auch Motorräder deren Telegabel keine Regulierungsmöglichkeiten bezüglich der Federvorspannung bieten. Doch auch hier gibt es Behelfsmöglichkeit, doch mehr dazu in unserem nächsten Ratgeber.

Dämpfung einstellen – Laien sollten besser den Fachmann lassen

Nur erfahrene Fachmänner sollten sich an das Einstellen der Dämpfung wagen, denn für einen Laien ist die Beurteilung der Dämpfung bei stehendem Motorrad äußerst schwierig. Doch auch das ist nicht unbedingt ein Problem, denn bei den meisten serienmäßig in Motorrädern verbauten Dämpfern ist der Einstellbereich äußerst gering. Daher kann man ruhig einmal probieren, den Dämpfer auf ein Maximum zu stellen. Die Verkehrssicherheit des Motorrads wird deswegen noch lange nicht beeinflusst. Die Dämpfung des Motorrads wird über Einstellschräubchen oben auf der Gabel durchgeführt. Sollte dort nichts sein, lohnt sich ein Blick in die Betriebsanleitung der Maschine.

Die Druckstufen werden unten an der Gabel eingestellt in der Regel unterhalb der Bremssättel. Will man die Druckstufen der hinteren Federbeine einstellen, gibt es mehrere Möglichkeiten, abhängig vom jeweiligen Motorradmodell. 

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