Motorrad Bremsen - Funktion, Tipps und Technik

Damit eine verkehrssichere Nutzung des Motorrads gewährleistet ist, benötigt die Maschine eine funktionsfähige Bremse. Die Bremsanlage eines Motorrads setzt sich zusammen aus der Bremsleitung, Bremssattel, Bremsflüssigkeit, Bremsscheiben und in der heutigen Zeit natürlich ABS.

Inhaltsverzeichnis

Funktion der Bremsleitung

Funktion der Bremsflüssigkeit

Funktion der Bremsscheibe

Funktion der Bremssattel

Funktion des ABS

Bremsleitung - Funtkion

Standardmäßig verbaute Bremsleitungen bestehen in der Regel aus Gummi. Diese müssen alle vier Jahre ausgetauscht werden. Der Gummi wird nicht nur durch den immer währenden Kontakt mit der Bremsflüssigkeit  porös und weich wird. Im Alter entweicht auch der im Gummi enthaltene Weichmacher. Alternde Gummibremsleitungen haben natürlich auch Einfluss auf die  Bremsleistung. Bei alten bzw. älteren Leitungen wird diese deutlich schlechter.

Weiche und poröse Bremsleitungen dehnen sich aus, wodurch der Druckpunkt an Exaktheit verliert. Das Alter einer Bremsleitung aus Gummi lässt sich einfach feststellen, in dem man sich das auf dem Schlauch gedruckte Produktionsdatum ansieht. Andere Hersteller bringen an ihre Gummibremsleitungen eine Banderole fest an. Ob auf dem Schlauch selbst oder auf einer Banderole, das Produktionsdatum enthält immer das Monat und das Jahr in dem die Bremsleistungen hergestellt wurden.

Um lästige Wartungsintervalle zu verlängern und natürlich Kosten zu vermeiden, lohnt es sich zu überlegen, die standartmäßig verbauten Gummi Bremsleitungen durch Stahlflexleitungen auszutauschen. Diese Art Bremsleitungen sorgen zudem dafür, dass mechanische Beschädigungen verhindert werden.

Stahlflex-Leitungen – die perfekte Alternative zu Gummi-Bremsleitungen

Stahlflexleitungen werden aus Teflon gefertigt. Des Weiteren sind die Leitungen mit einen flexiblen Drahtgewebeschlauch ummantelt. Innerhalb des Teflon Schlauches wird die Bremsflüssigkeit geführt, während der Drahtgewebeschlauch bzw. das Stahlgewebe die Bremsleitung vor mechanischen Beschädigungen, sei es Knicken oder gar Scheuern, schützt.

Einige der auf dem Markt angebotenen Stahlflex-Leitungen sind sogar mit einem Schrumpfschlauch in unterschiedlichen Farben überzogen. Dieser soll eventuelle Verkleidungsteile oder gar die Gabel vor Beschädigungen beschützen.

Im Vergleich zu den standardmäßig verbauten Gummi Bremsleitungen haben Stahlflexleitungen den Vorteil, dass Stahlflex nicht altert. Sie werden weder undicht noch porös. Des Weiteren dehnt sich diese Art Bremsleitung unter Druck weniger aus. Das hat den  positiven Effekt, dass mit Stahlflexbremsleitungen die Bremse des Motorrads wesentlich direkter anspricht.

Bremsflüssigkeit - Funktion

Die Bremsflüssigkeit ist für die Druckübermittlung vom Hauptbremszylinder zum Radbremszylinder notwendig. Der Abstand zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag darf jedoch nicht zu groß sein, damit eine Bremse in Ihrer Funktion nicht beeinträchtigt wird. Bremsscheiben verschleißen aber und werden dünner.

Die Bremsen funktionieren aber dennoch, da die Bremskolben aus dem Bremssattel hervortreten, um die Bremsbeläge an die Scheibe zu drücken. Das hat jedoch wiederum die Folge, dass das Volumen innerhalb des mit Bremsflüssigkeit gefüllten Bremszylinders größer wird. 

Damit der zusätzliche Bedarf der Anlage an Bremsflüssigkeit gedeckt wird, befindet sich direkt über dem Hauptbremszylinder am Fuß- als auch Handhebel ein sogenannter Ausgleichsbehälter. Durch diesen Behälter wird die Bremsanlage des Motorrads mit der nötigen Bremsflüssigkeit versorgt und der Verschleiß der Bremsbeläge wird ausgeglichen. 

Der Ausgleichsbehälter beinhaltet zudem einen abdichtenden Membran, das verhindert, dass bei einer Schräglage des Behälters Bremsflüssigkeit aus der Entlüftungsbohrung entweicht. Die Membran hat einen weiteren Effekt, denn die Bremsflüssigkeit wird zusätzlich vor Luftfeuchtigkeit geschützt.

Bremsscheibe - Funktion

Motorrad Bremsscheiben bestehen in der Regel aus Grauguss- oder Stahllegierung. Nur bei Rennsportmotorrädern findet man Bremsscheiben, die aus Kohlefasern gefertigt wurden. Um das Ansprechverhalten der Bremsscheiben bei Nässe zu optimieren und um Gewicht zu sparen, sind die Vollscheiben je nach dem entweder genutet oder gar gelocht. Dadurch wird natürlich auch die Kühlung der Scheiben optimiert.

Es gibt auch innenbelüftete Bremsscheiben auf dem Markt, doch diese findet man an einem Motorrad eher selten. Die Verbindung zwischen Nabe und Bremsscheibe ist entweder starr oder die Scheiben sind schwimmend auf der Nabe gelagert. Letzteres hat den Vorteil, dass sich die Bremsscheiben bei Erwärmung ohne Hindernis ausdehnen können ohne zu verziehen.

Bremssattel - Funktion

Synonym: Radbremszylinder, Bremszange

Der Bremssattel eines Motorrads wird aus einer Aluminiumlegierung hergestellt. Je nach Art arbeitet der Bremssattel mit einem bzw. mehreren Kolben. Innerhalb des Hydrauliksystems baut sich Druck auf, wodurch sich die Kolben bewegen und die Bremsbeläge werden an die Scheiben gepresst. Fällt der Druck ab, sorgt ein Dichtring zwischen Bremszylinder und Kolben dafür, dass der Kolben wieder zurückgezogen wird(Lüftspiel). Aus diesem Grund haben die Scheiben im normalen Betrieb keinen Kontakt mit den Scheiben und schleifen nicht ab. Es gibt zwei Arten von Bremssätteln, den Schwimmsattel und den Festsattel

a)     Der Festsattel:

Der Festsattel hat eine feste Verbindung mit der Radaufhängung. Beim Bremsen pressen die Kolben von beiden Seiden die Bremsbeläge an die Scheibe.

b)    Der Schwimmsattel:

Der Schwimmsattel hat die Kolben nur einer Seite der Bremsscheiben.

Wie funktioniert ein Bremssattel?

Der Bremssattel ist hinten mit der Schwinge verbunden, vorne mit der Gabel. Je nach Bauart besitzt der Bremssattel je nach dem einen bis mehrere Kolben, die einseitig oder beiderseitig auf die Bremsscheibe den Bremsbelag drücken. Betätigt der Motorradfahrer die Fuß- oder Handbremse, wird über einen Kolben die Bremsflüssigkeit durch die Bremsleistungen in den Bremszylinder direkt in den Bremssattel gedrückt.

Der durch die Hydraulikflüssigkeit entstandene Druck sorgt dafür, dass sich die Kolben des Bremssattels in die Richtung der Bremsscheibe verschieben. Dadurch werden die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe bedrückt. Die dadurch entstandene Reibung sorgt dafür, dass das Rad abgebremst wird. Die dadurch entstandene Bewegungsenergie wandelt sich in Wärme um, die durch den Fahrtwind abgeleitet wird.

Durch die Vorwärtsbewegung des Kolbens wird ein Dichtring elastisch verformt. Lässt der Motorradfahrer die Bremse wieder los, fällt der Hydraulikdruck und der Dichtring nimmt dadurch wieder seine alte Form ein. Dadurch werden die Kolben wiederum in Ihre alte Position zurückgezogen.

 

 

Motorrad ABS

Nicht nur beim Auto ist ABS mittlerweile Standard, auch bei den Motorrädern gehört ABS zum Standard. Das Antiblockiersystem soll verhindern, das bei starken Bremsmanövern oder heftigen Reibwertsprüngen, die Räder des Motorrads blockieren.

Motorrad – wie funktioniert das ABS?

Sensoren innerhalb des Motorrades erfassen die Drehzahlen des Hinter- und Vorderrades. Die ermittelten Werte werden an einem Rechner weitergeleitet. Dieser errechnet daraus den sogenannten Reifenschlupf. Fällt dieser zu groß aus, wird das ABS aktiviert. Ein Antiblockiersystem beim Motorrad hat immer denselben Sinn und Zweck, doch das System unterscheidet sich von Motorrad-Hersteller zu Motorrad-Hersteller erheblich. Während einige Antiblockiersysteme anhand elektronisch geregelter Magnetventile funktionieren basieren andere auf dem sogenannten Pluger-System.

 

Moto-Act.de

Weitere Artikel in dieser Kategorie