Motorradbeleuchtung – Tipps und Tricks zum Nachrüsten

Motorräder sind bekanntlich deutlich kleiner als große Automobile oder sogar Lkws. Dies hat ganz automatisch zur Folge, dass Motorräder im Straßenverkehr wesentlich unauffälliger sind und somit ein größeres Risiko darstellen, ganz einfach übersehen zu werden. In Deutschland herrscht eine Abblendlichtpflicht, was es notwendig macht, dass Motorradfahrer auch am Tag mit angeschaltetem Abblendlicht unterwegs sein müssen.

Anlagen, die am Motorrad zur Lichttechnik zählen, unterliegen jedoch häufig dem Nachrüstgedanken. Kaum woanders wird so oft Hand angelegt wie an Scheinwerfern, Blinkern oder der Bremsleuchte. Doch bei der Motorradbeleuchtung ist es simpel, ganz leicht den Überblick zu verlieren. Worauf Sie beim Umrüsten lichttechnischer Anlagen zu achten haben, erklärt Ihnen dieser Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

Gibt es eine Pflicht Motorradbeleuchtung?

Bauartengenehmigungen für Motorradbeleuchtung?

Welche Europäischen StVO Vorgaben gibt es bei Motorrad Beleuchtung?

Welche Vorschriften gibt es bei Motorrad Beleuchtung zu beachten? 

Motorradbeleuchtung – nichts geht ohne Signalbild 

Bereits die Hersteller von Motorrädern müssen viele gesetzliche Vorschriften beachten. Im deutschen Verkehrsrecht spielt das sogenannte „Signalbild“ eine wesentliche Rolle. Denn Motorradbeleuchtung dient nicht nur dem Zweck, mehr Sicht zu gewähren, sondern dient anderen Verkehrsteilnehmern auch zu dem Zweck, Größe und Art des Fahrzeugs sowie Lenkrichtung frühzeitig zu erkennen.

Aus diesem Grunde gibt es strenge gesetzliche Reglementierungen, wie die Motorradbeleuchtung beschaffen sein, angebaut werden und aussehen muss. Dies gilt für sämtliche Bauteile der Motorradbeleuchtung, ganz gleich, ob es sich um die Blinkanlage, Scheinwerfer oder Bremsleuchte handelt.

Hinweise vor der Montage – Motorradbeleuchtung genau überprüfen

Bei der Beleuchtungseinrichtung sind fest vorgeschriebene Anbaumaße zu berücksichtigen. Zudem besagt §22a der StVZO, dass Leuchten wie auch Rückstrahler einer amtlichen Überprüfung unterzogen sein müssen, bevor diese montiert werden dürfen. Dies ist an der sogenannten „Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile“ einzusehen, die nach deutschem und auch europäischem Recht gleichermaßen gültig ist. Diese Regelung trifft auch alle Nach- wie auch Umrüstungen der Motorradbeleuchtung zu.

Insgesamt gibt es aktuell drei gängige Prüfzeichen, die ein Hinweis auf die Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile liefern. Hierbei handelt es sich um:

  • Ein kleines „e“ in einem Rechteck auf Grundlage der Regularien der Europäischen Gemeinschaft für Straßenfahrzeuge. Dieses kann von allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft verliehen werden.
  • Ein groß geschriebenes „E“ in einem Kreis besagt, dass dieses Bauteil den Richtlinien der „Economic Commission for Europe“ entspricht. Auch dieses Symbol behält seine Gültigkeit in den europäischen Gemeinschaftsstaaten.
  • Kaum noch anzutreffen ist das nationale Kennzeichen, das häufig als Schlangenlinie mit Kennziffer ausgedrückt wird. Die europäischen Kennzeichen haben dieses Symbol mittlerweile weitestgehend abgelöst.

 

Wenn sich zusätzlich zu den Symbolen weitere Kennzeichen oder Ziffern auf den Beleuchtungsbauteil befinden, geben diese in der Regel einen Hinweis auf die Art der Beleuchtungseinheit oder direkte Hinweise zum Einbau. Das Herkunftsland wird mit einer Zahl ausgedrückt. „1“ steht grundsätzlich für eine deutsche Produktion. Pfeile geben die Fahrzeugseite vor, an der das Beleuchtungselement anzubauen ist.

Zusätzlich zur Bauartgenehmigung gibt es ergänzende Rechtsvorgaben, die Sie vor der Montage beachten müssen. Hierzu zählen:

✓      Gesetzliche Regelung der maximal zulässigen Beleuchtungselemente

✓      Position des Bauteils

✓      Ordnungsgemäße Schaltung

✓      Geometrischer Winkel zur Sichtbarkeit der Leuchte

 

Nachrüsten und Umrüsten der Motorradbeleuchtung – deutsche und europäische Vorgaben 

Die europäisch ausgearbeiteten Richtlinien für die Motorradbeleuchtung sowie die Regelungen der deutschen StVZO stimmen in ihren Bestimmungen nicht gänzlich überein, was es für Motorradfahrer extrem schwierig macht, wenn es ans Nachrüsten oder Umrüsten von Beleuchtungselementen am Motorrad geht. Denn hierzulande sind beide Rechtsvorschriften gleichermaßen gültig. Aus diesem Grunde müssen sich Motorradfahrer für die Einhaltung einer dieser Vorschriften entscheiden.

Falls Sie handwerklich nicht begabt sind und sich mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht auskennen, ist es ratsam, die Montage respektive Umrüstung von einem Fachmann durchführen zu lassen. Möchten Sie den Umbau dennoch eigenständig durchführen, sollten Sie sich folgende Fragen vor der Demontage und dem Neueinbau stellen:

  • Ist die Motorradbeleuchtung überhaupt zulässig?
  • Wurde die serienmäßig verbaute Motorradbeleuchtung auf Grundlage europäischer Rechtsbestimmungen oder auf Grundlage der StVZO installiert?
  • Wurde das Bauteil korrekt angebaut und ist die geometrische Sichtbarkeit gewährleistet?

 

Bedenken Sie, dass ein Motorrad, das nach europäischem Recht produziert wurde, nur mit Bauelementen ausgerüstet werden darf, die ebenfalls dem EG-Recht entsprechen. Für Motorräder nach StVZO gilt dies jedoch nicht!

Die wichtigsten Vorschriften für zusätzliche Beleuchtung beim Motorrad 

Möchten Sie zusätzliche Beleuchtungselemente an Ihr Motorrad anbringen, müssen Sie auch hierbei die gesetzlichen Vorschriften beachten. Die wichtigsten Vorgaben für die gängigsten Umrüstungen und Nachrüstungen an der Motorradbeleuchtung haben wir für Sie zusammengestellt:

Fernlicht:

Gesetzlich ist genau ein Scheinwerfer für Fernlicht am Motorrad vorgeschrieben. Ein weiterer Scheinwerfer ist jedoch ebenfalls erlaubt. Nach europäischem Recht darf der Abstand beider Leuchteinheiten jedoch maximal zwei Zentimeter betragen. Weiterhin ist die Installation einer blauen Kontrollleuchte notwendig. Nach StVZO ist die Anzeige auch durch Schalterstellung erlaubt.

Bremsleuchten:

Nach StVZO ist für Motorräder, die ab 1988 zugelassen wurden, eine Bremsleuchte gesetzlich vorgeschrieben. Nach EG-Recht sogar zwei. Bei der Montage gilt zu beachten, dass der Einbau mittig erfolgen muss. Die Oberkante darf maximal 1.500 Millimeter oberhalb des Bodens liegen. Die Unterkante muss mindestens 250 Millimeter oberhalb der Bodenkante liegen, wenn es nach EG-Recht gilt. Für die StVZO liegt der Wert bei 350 Millimetern.

Warnblinkanlage:

Nach europäischem Recht ist eine Warnblinkanlage ausschließlich an Krafträdern gestattet. Nach StVZO dürfen dies auch Kleinkrafträder. Um die Blinker synchron zu schalten, muss ein Schalter installiert werden. Auch eine Einschaltkontrollleuchte mit rotem Licht ist nach StVZO vorgeschrieben.

Blinker:

Seit 1962 müssen Motorräder auch einen Fahrtrichtungsanzeiger vorweisen können. Motorrad Blinker für den vorderen Bereich sind mit der Kennzeichnung „11“ ausgestattet. Für hinten gilt die Kennzeichnung „12“. Bei den Einbaumaßen unterscheiden sich europäisches und deutsches Recht abermals. In der Breite muss nach EG-Recht vorne 240 Millimeter und hinten 180 Millimeter Platz gelassen werden. Für die StVZO liegt dieser Wert bei mindestens 340 Millimeter vorne und 240 Millimeter hinten. Lediglich in der Höhe stimmen beide Richtlinien überein. Die Blinker müssen zwischen 350 und 1.200 Millimeter, gemessen vom Boden aus, angebracht werden. Laut EG-Recht ist eine visuelle oder auch akustische Einschaltkontrolle notwendig. Die StVZO gestattet diese lediglich.

Abblendlicht:

In Deutschland ist die Installation eines Abblendlichts notwendig. Nach europäischem Recht sind auch zwei möglich. Der Abstand darf maximal bei 200 Millimetern liegen, symmetrisch zur Motorradmitte und maximal 200 Millimeter zum Fernlicht betragen. Für die Höhe gilt: Mindestens 500 Millimeter oberhalb des Bodens, maximal jedoch 1.200 Millimeter. Dieser Wert liegt nach StVZO bei maximal 1.000 Millimetern, insofern die Erstzulassung vor 1988 lag.

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